Es war kalt und hat geschneit

Heute vor 65 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort: Am eisernen Hochzeitstag schauen Marta und Max Zbinden auf die Anfänge ihrer Beziehung zurück.

Daniela Ebinger
Drucken
Teilen
Marta und Max Zbinden bei sich zu Hause in Zuben. (Bild: Daniela Ebinger)

Marta und Max Zbinden bei sich zu Hause in Zuben. (Bild: Daniela Ebinger)

ZUBEN. «Das isch e lange Ziit», sagt Marta Zbinden und nimmt zusammen mit ihrem Ehemann Max am Stubentisch Platz. «Jä jo, und immer no die glichi Frau», sagt der 90-Jährige ganz verschmitzt. Er wollte nie eine andere. Das Ehepaar feiert heute seine eiserne Hochzeit. Sie erinnern sich noch gut an den Tag vor 65 Jahren. Es war kalt und hat geschneit. Trotzdem zog Marta Zbinden ihr weisses Hochzeitskleid mit Schleier an. Dieses hatte sie von ihrer Schwester, die kurze Zeit vor ihr geheiratet hatte, übernommen. «Damit sie nicht friert, habe ich sie einfach ein wenig an mich heran gedrückt», sagt Max Zbinden.

Zurück zu den Wurzeln

Im Gegensatz zum Bräutigam war die Braut nervös. «Ich machte mir so meine Gedanken, was wohl alles auf mich zukommt», sagt die zierliche Frau mit den weissen Haaren und dem lieblichen Lächeln. Am kommenden Sonntag darf die fünffache Mutter ihren 86. Geburtstag feiern. Gefeiert haben sie ihren Hochzeitstag in all den Jahren fast nie. «Manchmal fiel es uns erst am Abend ein, dass dieses spezielle Datum war», sagt sie. Doch die goldene Hochzeit feierten sie gross mit der ganzen Familie.

In der «Kreuzstrasse» getroffen

Für die eiserne gehen sie an die Wurzeln ihrer Beziehung zurück und geniessen ein feines Essen in der «Kreuzstrasse» in Zuben. Dort hat Max seine Marta zum ersten Mal gesehen. Marta half ihrer Schwester, der Wirtin, beim Zügeln. «Ohne das Restaurant gäbe es unsere Ehe nicht», sagt Max Zbinden, «ich dachte damals, mit der würde ich gerne ein paar Worte reden.» Dazu kam es aber erst einige Zeit später bei einem Besuch im Restaurant. Ihre Beziehung durften sie offiziell erst nach der Hochzeit ausleben. Daher trafen sie sich zuvor heimlich und nachts.

Wenig Privatsphäre

Auch nach der Hochzeit genoss das junge Paar mit den Eltern im selben Bauernhaus wenig Privatsphäre. «Das ist heute bei den jungen Leuten sicher besser», sagt er und ist trotzdem froh, in dieser modernen Zeit nicht mehr jung sein zu müssen.

Aktuelle Nachrichten