«Es war ein grosses Risiko dabei»

AMRISWIL. «Wings in my heart» heisst das Werkstück, mit dem Floristin Petra Stutz die Jury an der Regioflor überzeugte. Als Siegerin der Regionalausscheidung hat sie sich für die Schweizer Meisterschaft im April 2016 qualifiziert.

Maya Mussilier
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Floristin Petra Stutz freut sich über ihr gutes Abschneiden am Regioflor-Wettkampf. (Bild: Ralph Ribi)

Floristin Petra Stutz freut sich über ihr gutes Abschneiden am Regioflor-Wettkampf. (Bild: Ralph Ribi)

Bis zuletzt hat Floristin Petra Stutz nicht gewusst, ob ihr Werkstück an der Regioflor tatsächlich funktioniert. «Ich habe ein Mobile aus lauter natürlichen Materialien gestaltet», sagt die junge Frau. «Jedes Gewicht hat sein Gegengewicht, das muss ganz genau stimmen, damit es nirgends kippt und das ganze Werk damit kaputt geht. Das Ganze musste innerhalb von einer Stunde aufgebaut werden. Es war ein grosses Risiko dabei.»

Engagierte Mitarbeiter

Petra Stutz leitet in St. Gallen die Filiale des Amriswiler Blumengeschäftes Ginkgo. Bei den intensiven Vorbereitungen konnte sie auf die volle Unterstützung des ganzen Ginkgo-Teams zählen. Einen kleinen Anstupf, am Wettbewerb teilzunehmen, hat Petra Stutz von Ginkgo-Chefin Monika Laib erhalten. «Wir haben viele engagierte Mitarbeiter», freut sich diese. Als Geschäft würden sie ihre Mitarbeiter bei solchen Wettbewerbsteilnahmen gerne unterstützen. Dies sowohl mit Materialien als auch finanziell und in Form von psychischer Unterstützung. «In diesem Jahr hat auch unser Jungflorist an der Schweizer Meisterschaft teilgenommen und den dritten Rang erreicht», sagt die Geschäftsinhaberin stolz.

Man kann nur gewinnen

«Es hat mich aber natürlich schon gereizt, die Herausforderung anzunehmen», sagt Petra Stutz. Man müsse in Bewegung bleiben, denn dadurch könne man nur gewinnen. Es sei zudem etwas Besonderes, auch ausserhalb des Geschäftes zu zeigen, was man könne. «Die Vorbereitungen für den Wettbewerb waren sehr intensiv», blickt Petra Stutz auf die letzten Wochen zurück. Zuerst musste sie eine Bewerbung schreiben, die der Jury für das Castinggespräch als Vorlage diente. «Die Aufgabe des Wettbewerbes war, eine florale Interpretation zu einem ausgewählten Künstler zu machen. Ich musste mir zuerst einmal überlegen, was Kunst eigentlich heisst.»

Petra Stutz entschied sich, etwas zum Rigolo-Tanzzirkus in Wattwil zu machen. «Wir haben das Tanztheater bei einem Betriebsausflug besucht, es hat mich emotional sehr bewegt und alle meine Sinne angeregt», begründet die 26jährige Floristin ihre Wahl.

Vieles auf den Kopf gestellt

Petra Stutz hat verschiedene Muster gemacht. Doch nur wenige Tage vor dem Wettbewerb hat sie noch einmal vieles auf den Kopf gestellt. «Dem Gesamtbild wollte ich auf Anraten meiner Chefin noch eine persönlichere Note verleihen.»

Sie sei nicht ganz sicher gewesen, ob es am Wettbewerb selber schliesslich aufgehen würde. Beim Aufbau wurde Petra Stutz von ihrem Partner unterstützt. «Das war für mich sehr gut. Er hat mir geholfen, meine anfängliche Nervosität zu überwinden.» Für «Wings in my heart» hat die junge Floristin voll auf natürliche Materialien und eine besondere Farbenzusammenstellung gesetzt. «Wir haben getrübte Farben gewählt. Das ganze Werk reichte von tiefen Rottönen in ein fast schwarzes Violett.»

Dass sie damit den ersten Rang erreicht hat, macht Petra Stutz sehr stolz. «Ich habe eine riesige Freude, bin aber auch meinen Helfern sehr dankbar.»

Für Swissflor qualifiziert

Mit dem Sieg bei der Regioflor hat sich Petra Stutz für die Teilnahme an der Swissflor Anfang April qualifiziert. Dieser gesamtschweizerische Wettbewerb findet anlässlich der Generalversammlung des Schweizer Floristenverbandes im Kloster Wettingen statt. Der Anlass ist öffentlich. Der Sieger oder die Siegerin darf die Schweiz an der Weltmeisterschaft vertreten.