«Es wäre früh, aber nicht zu früh für Weinfelden»

Der Weinfelder EVP-Gemeindeparlamentarier Michael Zingg ist die treibende Kraft hinter einem Ortsbus für Weinfelden. Er hat auch in der Arbeitsgruppe mitgewirkt, die das Konzept «Öffentlicher Verkehr in Weinfelden» erarbeitet hat. «Der Wille in der Arbeitsgruppe für einen Ortsbus war klein», sagt er.

Mario Testa
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Gemeindeparlamentarier Michael Zingg mit dem neuen ÖV-Konzept. (Bild: Mario Testa)

Gemeindeparlamentarier Michael Zingg mit dem neuen ÖV-Konzept. (Bild: Mario Testa)

Michael Zingg, spürten Sie in der Arbeitsgruppe den Willen für einen Weinfelder Ortsbus?

Michael Zingg: Nein, der Wille war nicht da. Aber trotzdem hatten wir in der Arbeitsgruppe eine offene Herangehensweise und es wurde zielgerichtet gearbeitet.

Sind Sie enttäuscht von der ablehnenden Haltung des Gemeinderats?

Zingg: Ich war aufgrund meiner bereits 18jährigen Parlamentstätigkeit auf so ein Resultat vorbereitet. Enttäuscht bin ich nicht. Immerhin heisst es im Bericht des Gemeinderats, dass der Entscheid nicht einstimmig gefallen ist und darüber kontrovers diskutiert wurde. Es hätte ja auch auf eine einstimmige Ablehnung herauslaufen können.

Haben auch Sie Argumente, die gegen die Einführung eines Ortsbusses in Weinfelden sprechen?

Zingg: Ja, auch die gibt es. Die Analyse hat gezeigt, dass die jetzigen Postautos nur wenig für Fahrten innerorts genutzt werden. Das zweite Argument, das gegen einen Ortsbus spricht, ist die Kompaktheit von Weinfelden. Mit dem Velo ist man auch schnell unterwegs.

Sind die Kosten kein weiteres Argument gegen einen Ortsbus?

Zingg: Nein. Die sind für mich überhaupt kein Thema. Es ist normal, dass für gewisse Zielgruppen Geld investiert wird. Die Jugend hat all die Sportanlagen, die Kinder die Spielplätze erhalten – die Detaillisten werden mit 100 000 Franken jährlich unterstützt, damit ihre Kunden günstig parkieren können.

Wie gefällt Ihnen das gewählte Grobkonzept mit einem Bus?

Zingg: Ich war für zwei Busse, da wäre mehr möglich gewesen. Aber ich finde die jetzige Lösung gut. Es ist ist ja zuerst eine vierjährige Probephase angedacht, und da sollte man sich nicht übernehmen. Zudem ist diese Variante als Ergänzung zu den Postautolinien gut gewählt.

Sind Sie optimistisch für die Abstimmung im Gemeindeparlament?

Zingg: Das Parlament hat eine unglaublich grosse Chance. Aber wenn es sich treu bleibt, habe ich keine grossen Hoffnungen auf einen Ortsbus. Das Problem ist, dass im Parlament die Altersgruppe vertreten ist, die nicht zu den Profiteuren gehören würde.

Ist es einfach noch zu früh für einen Ortsbus in Weinfelden?

Zingg: Es wäre früh, aber nicht zu früh. Weinfelden könnte mal vorausschauend agieren und nicht immer nur reagieren.

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