«Es wäre ein Fass ohne Boden»

SALMSACH. Die Pläne für ein Velohotel in der Salmsacher Bucht haben sich zerschlagen. Damit kommt die Gemeinde auch nicht zu Toilettenanlagen und Garderoben für die Badi. Im bestehenden Fabrikgebäude lassen sie sich nur schwer unterbringen.

Markus Schoch
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Umbau zu teuer: Gemeindeammann Kurt Helg vor der Fabrikhalle bei der Badiwiese. (Bild: Markus Schoch)

Umbau zu teuer: Gemeindeammann Kurt Helg vor der Fabrikhalle bei der Badiwiese. (Bild: Markus Schoch)

Das geplante Velohotel des Uttwiler Architekten Fredy Iseli wäre der Gemeinde Salmsach sehr entgegengekommen. Die Badiwiese wäre damit am Abend besser überwacht gewesen, wodurch es weniger Sachbeschädigungen im Areal gegeben hätte, war die Hoffnung von Gemeindeammann Kurt Helg. Teil des Projektes waren auch ein Kiosk, Toiletten und Garderoben für die Badegäste. Und der Werkhof hätte zusätzliche Räumlichkeiten bekommen, um Geräte und anderes einzustellen.

Doch daraus wird nun nichts. Nach baurechtlichen Einwänden des Kantons hat Iseli das Baugesuch Ende November des letzten Jahres nach einem längeren Verfahren zurückgezogen. Die Gemeinde muss jetzt nach neuen Lösungen suchen, wie sie ihre Infrastruktur-Bedürfnisse befriedigen kann. Doch das ist nicht so einfach.

Erste Idee: Fabrik umnutzen

Eine erste Idee war, das bestehende, 40 Meter lange Fabrikgebäude am Eingang zur Badiwiese anders zu nutzen. Heute ist ein Flohmarkt darin untergebracht. «Wir haben uns überlegt, es auszuhöhlen und nach unseren Bedürfnissen neu einzurichten», sagt Helg. In der einen Hälfte sollten die Infrastruktur-Räumlichkeiten der Gemeinde untergebracht werden, in der anderen Hälfte war eine offene Halle vorgesehen. Im Sommer hätten dort Feste gefeiert werden können, im Winter wäre der Platz für Schiffe als Trockenlager ideal gewesen.

Das Problem: Ein solches Projekt wird sehr teuer, wie erste Abklärungen ergeben haben. «Ein zugezogener Bauplaner hat uns deshalb geraten, die Finger davon zu lassen,», sagt Helg. «Es wäre ein Fass ohne Boden.»

Neubau schwierig

Ein Neubau in gleicher Grösse an gleicher Stelle ist aber voraussichtlich nicht möglich. Er müsste weiter weg von der Aach stehen, damit die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzabstände eingehalten werden. Und Extras wie eine Halle würde der Kanton wohl kaum bewilligen, sagt Gemeindeammann Helg. Das Areal liegt in der Zone für öffentliche Anlagen, was bedeutet, dass nur betriebsnotwendige Anlagen gebaut werden können.

Wie es jetzt weiter geht, weiss Helg noch nicht. Der Gemeinderat müsse sich nochmals Gedanken machen, was in dieser Situation das Beste wäre. Ans Aufgeben denkt Helg nicht. «Wir müssen eine Lösung finden.»

Altlasten: Abklärungen laufen

Einen Schritt weiter gekommen ist man dafür bei den Abklärungen in Bezug auf die Altlasten in der Salmsacher Bucht (und im alten Aachknie). Der Kanton hat das geplante Vorgehen gutgeheissen. Der Gemeinderat hat einem spezialisierten Geologiebüro jetzt die Aufträge zur technischen Untersuchung erteilt, nachdem die historische abgeschlossen ist.