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Es stehen schwierige Verhandlungen an

Mit dem Erhalt der Zollstelle in Romanshorn wird auch der Halbstundentakt der Fähre nach Friedrichshafen wieder ein Thema. Doch auf deutscher Seite sind nicht alle von den Vorteilen eines verdichteten Fahrplans überzeugt.
Corinna Raupach
Passagiere gehen in Romanshorn an Bord der Fähre. (Bild: Reto Martin)

Passagiere gehen in Romanshorn an Bord der Fähre. (Bild: Reto Martin)

«Ab 2019 fährt der Zug von Zürich nach Romanshorn alle 30 Minuten, da wäre es schön, wenn die Gäste nicht auf die Fähre warten müssten», sagt Regierungsrat Walter Schönholzer. Das Konzept für den öffentlichen Regionalverkehr im Kanton Thurgau nennt die Fähre eine «Brücke», die die Barriere Bodensee überwinde. «Es ist unser erklärtes Ziel, den Halbstundentakt einzuführen, aber es braucht dazu Partner auf der deutschen Seite», sagt Schönholzer.

Konkrete Planungen gibt es nicht. «Für uns ist nur sicher, dass es keinen Abbau gibt und wir wieder nach vorne schauen können», sagt Andrea Ruf, die Geschäftsführerin der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS). Diese betreibt die Fähre gemeinsam mit den deutschen Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB). Beide Unternehmen hatten bereits begonnen, den Ausbau der Verbindung zu prüfen, um ihn gegebenenfalls im Rahmen eines Interreg-Projekts zu realisieren, die SBS stiegen dann aber aus.

«Das Projekt mussten wir auf Eis legen, als die Schliessung der Zollstelle in Romanshorn im Raum stand», sagt Werner Müller, der Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr/Tourismus beim Kanton. Diese Gefahr ist mittlerweile abgewendet.

Studie kommt zu negativem Ergebnis

Der Wegfall des gewerblichen Verkehrs hätte grosse Einbussen für die Fähre bedeutet. «Jetzt beginnen die Verhandlungen wieder, das Ergebnis ist offen», sagt Müller.

Die Reaktionen der deutschen Betreiber auf die Anstösse aus der Schweiz sind verhalten. Die BSB sind interessiert, das Angebot auf der Strecke zu verbessern. Sie verweisen aber auf Gutachten eines Verkehrsplanungsbüros, das die Wirtschaftlichkeit des Halbstundentakts bezweifelt: «Die Gutachter haben festgestellt, dass ein grösseres Angebot weder betriebswirtschaftlich noch ökologisch – Verdoppelung der Emissionen und Immissionen – sinnvoll ist», sagt Pressesprecherin Teresa Wolf.

Dem widerspricht Landrat Lothar Wölfle, der als Mitglied des ständigen Ausschusses der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) in die Gespräche eingebunden ist. «Die IBK hat in einer Studie belegt, dass es Sinn macht, die Fährverbindung zu stärken.» Er sieht in häufigeren Fahrten auch einen ökologischen Mehrwert: «Wenn man die Fähre knapp verpasst hat, lohnt es sich zeitlich, den Umweg über Bregenz in Kauf zu nehmen – mit der Folge, dass die Strassen, die am Nordufer des Bodensees ohnehin an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit sind, noch mehr belastet werden.»

Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand betont die wirtschaftliche Bedeutung der Verbindung. Sie bringe einen echten Zeitgewinn und sei auch ökologisch sinnvoll. «Eine Ausweitung auf einen Halbstundentakt mit emissionsarmen Fähren ist aus unserer Sicht daher eine ernst zu nehmende Überlegung», sagt Brand. Allerdings sind weder Stadt noch Landkreis unmittelbar an der Fähre beteiligt oder für den Verkehr zuständig. Beide verweisen auf das Land: «Die Investitionsbeträge können weder in der Schweiz noch in Deutschland eine Stadt oder ein Landkreis schultern. Es würde einer grün geführten Landesregierung gut anstehen, sich an einer umweltfreundlichen und zukunftsorientierten Verkehrstechnologie zu beteiligen», so Wölfle.

«Wir finanzieren Schiffsverkehr nicht, anders die Schweiz, die diese Verkehre als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs bezuschusst», sagt dazu Edgar Neumann, Pressesprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums. Für die Schweizer Pläne heisst das wohl: Ohne Interreg geht es nicht.

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