Es riecht noch alles neu

KREUZLINGEN. Endlich ist es soweit: Der Neubau des Alterszentrums Kreuzlingen wird in Betrieb genommen. Diese Woche ziehen 60 Bewohner in die neuen Zimmer um. Die Bevölkerung ist am Sonntag zur Besichtigung eingeladen.

Nicole D'orazio
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Im Demenzgarten gibt es viel Platz zum Zirkulieren. Im Hintergrund sieht man die Fassade des Neubaus. (Bild: Reto Martin)

Im Demenzgarten gibt es viel Platz zum Zirkulieren. Im Hintergrund sieht man die Fassade des Neubaus. (Bild: Reto Martin)

Nach zwei Jahren Bauzeit wird der Neubau des Alterszentrums Kreuzlingen diese Woche bezogen. «Es ist noch nicht alles fertig», sagt Carl Ruch, Präsident der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen, beim Medienrundgang. «Wir sind einen Monat im Verzug, aber das ist bei Bauten dieser Dimension ein guter Wert.» An den Türen der 60 Zimmer hängen Fotos von den künftigen Bewohnern, auch die Namensschilder sind angebracht. Auf den drei Stockwerken riecht es neu. Die Handwerker sind fleissig an der Arbeit. Überall hängen Post-its mit Notizen, was noch gemacht oder geändert werden muss. Eine Seniorin sitzt allein in einem leeren Zimmer. «Ich wollte mir alles in Ruhe ansehen, ehe ich zügle», sagt sie. Sie freunde sich mit dem Zimmer an.

Alle ziehen am gleichen Strick

«Die Stimmung im Haus ist gut», sagt Geschäftsführerin Anna Jäger. «Seit Anfang Jahr planen wir dem Umzug. Für uns ist der Bezug ein Riesenmoment.» Die meisten Bewohner würden sich freuen, bei manchen sei auch etwas Angst dabei. Bei den Mitarbeitern sei dafür der Optimismus gross. «Alle ziehen am gleichen Strick. Das ist toll. Wobei der Umzug schon ein grosser Lupf ist.» Der Bau sei für sie vor allem Mittel zum Zweck. «Wir wollen den Bewohnern einen guten Ort bieten», sagt Jäger.

Auch Ruch ist froh, dass alles so gut gelaufen ist, wenn auch mit Verzögerung. Angedacht war der Neubau schon länger. Denn der Altbau aus dem Jahre 1976 muss dringend saniert werden. 2010 stimmten die Genossenschaftsmitglieder dem Vorhaben zu, 2011 genehmigten sie den Kredit von 19 Millionen Franken. Ein Jahr später war ein Nachtragskredit von einer Million nötig. «Wir hatten die Möglichkeit, etwas mehr Land zu kaufen. Das hat sich gelohnt», sagt Ruch.

Anbau war Herausforderung

Dem stimmt Architekt Hubert Bischoff zu. «So hatten wir mehr Platz.» Die grösste Herausforderung für ihn sei aber gewesen, wie man an ein älteres Gebäude, das eine sehr hohe Qualität aufweist, zeitgenössisch anbaut. «Das ist gut gelungen.»

Stiftungspräsident Carl Ruch steht in einer der vier Wohnungen. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Stiftungspräsident Carl Ruch steht in einer der vier Wohnungen. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))