«Es ist voller Einsatz nötig»

ROMANSHORN. Die Gemeinden in der Region Romanshorn sind sich mit der Wirtschaft einig: Für den Oberthurgau haben die Bodensee-Thurtal-Strasse und die Oberlandstrasse zentrale Bedeutung. Mit Lippenbekenntnissen wird es nicht getan sein.

Markus Schoch
Merken
Drucken
Teilen
Lastwagen im Industriegebiet: Die Wirtschaft im Oberthurgau erhofft sich eine bessere Verkehrsanbindung ans übergeordnete Strassennetz. (Bild: Daniel Walt)

Lastwagen im Industriegebiet: Die Wirtschaft im Oberthurgau erhofft sich eine bessere Verkehrsanbindung ans übergeordnete Strassennetz. (Bild: Daniel Walt)

ROMANSHORN. Die Arbeitgebervereinigung (AVR) von Romanshorn und Umgebung macht mobil für die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) und die Oberlandstrasse (OLS). Die beiden Projekte seien unverzichtbar für die Entwicklung der Region, sagt AVR-Präsident Thomas Maron. «Bewegen wir uns nicht, treiben wir rückwärts.»

Mit einem Behörden-Apéro am Mittwoch wollte er die Reihen im Hinblick auf die Abstimmung im Herbst des nächsten Jahres schliessen. «Wir haben grösstes Interesse an den beiden Strassen und sollten auch etwas dafür tun», redete er den AVR-Mitgliedern im Brüggli ins Gewissen.

Voller Einsatz nötig

Ein dürres Communiqué drei Wochen vor dem Urnengang werde allerdings nicht genügen, warnte Brigitte Kaufmann-Arn, Frau Gemeindeammann von Uttwil. Nötig sei «voller Einsatz», wenn die Abstimmung gewonnen werden sollte. Die Wirtschaft müsse sich die beiden Strassen auch etwas kosten lassen. Die Kampagne lasse sich nur mit Geldern aus der Wirtschaft finanzieren, redete Kaufmann Klartext. Es gehe um eine Investition in die Zukunft. «Die Abstimmung ist wegweisend für den Thurgau.»

Sie werde jedoch nicht im Oberthurgau entschieden, sondern in den anderen Regionen des Kantons. «Es braucht viel Überzeugungsarbeit», so Kaufmann.

Gute Argumente allein werden jedoch nicht genügen, sagt Baudirektor Jakob Stark, der die 1 Milliarde teuren Strassenbaupläne vorstellte. «Wichtig ist, dass wir geeint auftreten und positive Signale in den Rest des Thurgaus aussenden.»

Am gleichen Strick ziehen

Dieser Meinung sind auch Stephan Tobler, der Gemeindeammann von Egnach, und der Salmsacher Gemeinderat Heini Schenk. «Wir müssen jetzt alle am gleichen Strick ziehen», betonten die beiden. Sonst drohe wie 2005 eine Niederlage, als einzelne Gemeinden ausgeschert seien.

Das Konzept mit BTS und OLS sei gut, findet Tobler. Die Bevölkerung wisse, was auf sie zukomme. Die Egnacher würden der Vorlage deshalb zustimmen, ist er sich sicher. Selbst «ganz grosse Teile» der rund 100 Bauern im Dorf würden sie befürworten. Der Leidensdruck sei gross. «Ohne BTS ertrinken wir im Verkehr», sagte Tobler. In Romanshorn drohe das gleiche ohne OLS, erklärte der Romanshorner Gemeinderat Patrik Fink. «Wir brauchen aber auch unbedingt den direkten Anschluss an die BTS.»

Regierungsrat Stark ist überzeugt, in der Region Romanshorn mit der Planung für die Hochleistungsstrasse auf dem richtigen Weg zu sein. «In Egnach und Salmsach haben wir Lösungen gefunden, von denen wir glauben, dass sie eine grosse Akzeptanz in der Bevölkerung haben.» Mit unzufriedenen betroffenen Personen seien sie im Gespräch.

OLS gross genug

Der Baudirektor zerstreute auch Befürchtungen von AVR-Präsident Thomas Maron, dass die OLS zu klein ausgelegt sein könnte für die vielen Autos, die sie gemäss Prognose benutzen werden. «Die OLS wird eine leistungsfähige Strasse», versicherte Stark. Die Vorstellung sei falsch, dass sich der Transitverkehr wie eine Lawine den Weg durch den Thurgau bahnen werde. Es werde Mehrverkehr geben, doch werde er sich in Grenzen halten. «Sie können getrost auf das Konzept vertrauen.»

Nicht alle an der Versammlung am Mittwoch wollten das tun. Ein Landwirt meldete Zweifel an, auch in bezug auf den Ausbaustandard der BTS. Nach Meinung des Bauern löst nur eine vierspurige Autobahn die Verkehrsprobleme.