Es hagelt Einsprachen am Ufer

ERMATINGEN. Der Kanton möchte die wertvolle Uferlandschaft zwischen Tägerwilen und Ermatingen unter Schutz stellen. Sinnlos und unnötig finden das die FDP Ermatingen, die betroffenen Gemeinden und zahlreiche Landbesitzer.

Urs Brüschweiler
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Ruedi Kreis Vizepräsident FDP Ermatingen (Bild: Urs Brüschweiler)

Ruedi Kreis Vizepräsident FDP Ermatingen (Bild: Urs Brüschweiler)

«Die Befürworter dürften in der Bevölkerung wohl dünn gesät sein», sagt Ruedi Kreis. Er ist Vizepräsident der FDP Ermatingen. Die Partei hat Einspruch erhoben gegen die Anordnung des Kantons Thurgau, das Flachmoor und Amphibienlaichgebiet «Espen Riet, Ermatinger Riet» unter Schutz zu stellen. Die Freisinnigen sind mit ihrem Widerstand beileibe nicht alleine. Die betroffenen Gemeinden Ermatingen, Tägerwilen, Gottlieben, die Bürgergemeinde Ermatingen und zahlreiche private Landbesitzer taten ihnen gleich.

Keine unnötigen Subventionen

Das Ganze sei schlicht unnötig, findet der Vorstand der FDP Ermatingen. «Der Uferschutz reicht so, wie er ist.» In der Tat sind direkt am See beziehungsweise Seerhein in den Zonenplänen der Gemeinden bereits Naturschutz-Streifen vorhanden. Die kantonale Anordnung ginge aber mit sogenannten Pufferzonen, die bis 25 Meter ins Landesinnere reichen, darüber hinaus. Kreis hofft, dass der Kanton aufgrund der breit abgestützten Abneigung über die Bücher gehen und sein Vorhaben ersatzlos streichen wird. Ein Dorn im Auge ist den Liberalen vor allem, dass durch die eingeschränkte Nutzung von landwirtschaftlicher Fläche Entschädigungen fällig würden, welche die Staatskasse unnötigerweise belasten. Der FDP-Vize erklärt an einem Beispiel in Ermatingen was die Schutzanordnung bedeuten würden. «Die Eigner dürften nur noch bis irgendwo in der Mitte ihres Landes düngen.» Der Kanton versprach zwar, dass die Badeplätze weiterhin genutzt werden könnten. Ruedi Kreis traut dieser Aussage aber nicht. Er zeigt die entsprechenden Pläne und bemängelt, dass die entsprechenden Orte nicht gleich ausgespart worden seien.

Wunderbares Anbaugebiet

Der Ermatinger Gemeinderat formuliert seine Haltung in einer Mitteilung kurz und knapp: «Die Gemeinderäte Ermatingen und Tägerwilen und die Bürgergemeinde Ermatingen haben gegen diese neue, zusätzlich die Eigentümer einschränkende Anordnung, gemeinsam Einsprache erhoben.» Markus Thalmann, Gemeindepräsident in Tägerwilen, erklärt, dass sich seine Gemeinde auch aus Solidarität mit den betroffenen Landwirten wehre. «Es ist wunderbares Gemüse-Anbaugebiet betroffen.» Ausserdem würde dadurch die geplante getrennte Führung von Seerad- und Fussgängerweg am Ufer zwischen Tägerwilen und Ermatingen erschwert.

Blick von der Ermatinger Riedtstrasse zum Untersee: Die Schutzzone begönne in der Mitte der Wiese. (Bild: Urs Brüschweiler)

Blick von der Ermatinger Riedtstrasse zum Untersee: Die Schutzzone begönne in der Mitte der Wiese. (Bild: Urs Brüschweiler)