Es geht aufwärts mit dem Museum

ROMANSHORN. Romanshorns Glanzzeiten als Bahn-, Post- und Schifffahrtsknotenpunkt werden im Museum am Hafen lebendig erhalten. An der Jahresversammlung lüftete die Museumsgesellschaft ein Geheimnis und setzte sich ehrgeizige Ziele.

Trudi Krieg
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Von einem hölzernen Gerät mit zwei Holmen und einem beweglichen Teil wusste vor einem Jahr niemand, wozu es einst diente. Auf einen Zeitungsaufruf hin meldete sich Ernst Tanner, dessen Mutter in der Textilsackfabrik Ernst Fischer & Co gearbeitet hatte. Als Knabe sah er, dass mit diesem Gerät die gewaschenen und getrockneten Säcke gekehrt wurden. Es ist also ein «Kehrbock». Die 1842 gegründete Sackfabrik war eine der Pionierfirmen, die in der Blütezeit um die 100 Heimweber und 50 Handnäherinnen beschäftigte.

Das alles wurde am Mittwochabend an der Hauptversammlung der Museumsgesellschaft bekannt.

Erfolgreiche Mitgliederwerbung

Der Verein zählt aktuell etwa 300 Mitglieder – Tendenz langsam sinkend. Um der Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Vorstand der Museumsgesellschaft die Mitglieder aufgerufen, selber Mitglieder zu werben. Die Aktion trägt bereits Früchte: Zehn Personen haben sich neu eingeschrieben. Das Ziel von Präsident Max Brunner sind 350 Mitglieder.

Ihnen wird auch dieses Jahr einiges geboten: Am 21. März ist die Teilnahme an der IBO Messe in Friedrichshafen vorgesehen. Am 12. April macht die Krimi-Autorin Monika Küble eine Führung in Konstanz. Ebenfalls im April wird die Sonderausstellung «Feuer und Wasser» eröffnet. Die Romishorner Runde, Vorträge und von Stöff Sutter organisierte Liederabende sind ebenfalls wieder im Jahresprogramm.

Für Schulklassen ist Arbeitsmaterial vorhanden, das bei einem Museumsbesuch angewendet werden kann. Es wäre wünschenswert, dass Lehrkräfte dies noch vermehrt nutzen würden, hiess es an der Hauptversammlung.

Personelle Wechsel

Simona Christen tritt als Kassierin zurück. Christine Brack wurde einstimmig als ihre Nachfolgerin gewählt. Sie machte ihre Ausbildung auf der Gemeinde Romanshorn, wo sie jetzt auf dem Sozialamt tätig ist. Auch Claudia Risi, die als Aktuarin von Anfang an dabei war, tritt zurück. Ihr Amt übernimmt Lydia Marquart, die 25 Jahre Erfahrung in der Geschäftsführung hat. Für den zurücktretenden Thomas Künzle, der oft auch Sonntagsdienst übernahm, wurde vorläufig kein Nachfolger gesucht. Für die sonntägliche Aufsicht im Museum seien noch Leute gefragt, so Brunner. Anfangs könne diese im Team mit einer erfahrenen Person gemacht werden.

Grosszügiger Frauenverein

Vom gemeinnützigen Frauenverein Romanshorn ging eine Spende von 2000 Franken ein. Die Sonderausstellung 2015 wird dem 150-Jahr-Jubiläum dieses Vereins gewidmet sein.