Es fehlt nur noch der Busanschluss

WEINFELDEN. Ende 2014 hat die Spitex Mittelthurgau in Weinfelden ihre neue Zentrale in Betrieb genommen. Moderne Arbeitsplätze erleichtern die Arbeit für die Mitarbeitenden. Knackpunkt bleibt die schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Mario Testa
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Im grossen neuen Zentrum an der Dunantstrasse arbeiten die Mitarbeiterinnen der Spitex Mittelthurgau und Geschäftsleiterin Sabine Kaulbach. (Bild: Mario Testa)

Im grossen neuen Zentrum an der Dunantstrasse arbeiten die Mitarbeiterinnen der Spitex Mittelthurgau und Geschäftsleiterin Sabine Kaulbach. (Bild: Mario Testa)

«Im grossen und ganzen funktionieren die Abläufe sehr gut in unserer neuen Zentrale», sagt Sabine Kaulbach. Ein knappes halbes Jahr nach Bezug des Grossraumbüros an der Dunantstrasse, am westlichen Rand von Weinfelden, hat sich das Team der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut eingespielt. «Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen bei uns in der Spitex wurde verbessert dank des Zusammenzugs hier in der Zentrale.»

Unter anderem von den verbesserten Arbeitsbedingungen wird Kaulbach an der Versammlung der Spitex Mittelthurgau kommenden Montag berichten können (siehe Kasten). Aber nicht nur. «Am Freitag findet die letzte Sitzung der Baukommission statt. Kleine Änderungen wollen wir noch vornehmen, dann ist der Umbau vorbei», sagt sie beim Gang durch den 600 Quadratmeter grossen Raum mit den bunten Trennwänden und Glasscheiben, die den Blick freigeben auf die Arbeitsräume, Wundambulatorien und Büros. Ein Grossteil der rund 90 Mitarbeitenden der Spitex Mittelthurgau arbeitet am Standort Weinfelden, die weiteren in Berg und Bürglen.

Ein weiter Weg für die Kunden

Die Reaktionen der Kunden auf die neue Zentrale seien unterschiedlich. «Es kommen noch nicht so viele Leute zu uns, beispielsweise ins Wundambulatorium, wie wir das erhofft hatten», sagt Kaulbach. Einer der Hauptgründe dafür sei die fehlende Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. «Die Kunden müssen entweder selber fahren oder sich einen Fahrdienst organisieren, um bis zu uns raus zu kommen. Das ist eine grosse Hemmschwelle für viele.» Mehrmals habe sie ihr Anliegen für eine Busverbindung schon bei der Gemeinde vorgebracht. «Ich hoffe auch, dass im Zug der Überarbeitung des Alterskonzepts eine Anbindung entsteht.»

Auf der anderen Seite gäbe es überwiegend positive Reaktionen der Kundinnen und Kunden, die trotz etwas umständlicher Anreise ins neue Zentrum kommen. «Viele schätzen es, dass unsere Mitarbeiterinnen nicht zu ihnen nach Hause kommen müssen und so auch nicht in ihre Privatsphäre eindringen», sagt Sabine Kaulbach. «Zudem ist unser Ambulatorium sehr gut ausgestattet und die Arbeit ist auch für die Wundexpertin komfortabler, als wenn sie sie beispielsweise auf dem Stubenboden in der Wohnung einer Kundin erledigen muss.»

Kapital ist fast aufgebraucht

Das neue Zentrum kostet die Spitex trotz grosser Unterstützung durch die beteiligten acht Gemeinden viel Geld, und das schlägt sich in den Büchern nieder. Im vergangenen Jahr resultierte dank einer Umsatzsteigerung von sieben Prozent nur ein relativ kleines Defizit von 16 500 Franken – ohne die zusätzliche Arbeit, wäre der Rückschlag grösser geworden. «Nun müssen wir wieder schwarze Zahlen schreiben. Unsere Eigenkapitaldecke ist nur noch sehr dünn.»