«Es darf schon noch etwas gehen»

Am kommenden Samstag findet in Romanshorn der traditionelle Narrenabend statt. Obernarr Peter Freund über die schwierige Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, Verwicklungen und die Hoffnung auf viele Besucher.

Markus Schoch
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Peter Freund in Uniform vor dem Spiegel: Am Narrenabend wird er als HD Läppli durchs Programm führen. (Bild: Reto Martin)

Peter Freund in Uniform vor dem Spiegel: Am Narrenabend wird er als HD Läppli durchs Programm führen. (Bild: Reto Martin)

Herr Freund, Sie sind als fasnachtsverrückter Basler vor vier Jahren als Komiteechef angetreten, dem Romanshorner Narrenabend neues Leben einzuhauchen. Wie geht es dem Patienten?

Peter Freund: Relativ, es fehlt noch ein bisschen die Beteiligung der Zuschauer. Da darf schon noch etwas gehen.

Wie ist die Entwicklung der Besucherzahlen?

Freund: Sie ist schwankend, was auch damit zu tun haben dürfte, dass wir die Örtlichkeit verschiedentlich gewechselt haben. Wir waren zuerst im Bodansaal, dann in der Aula Rebsamen und jetzt das zweite Jahr in der Kanti-Aula, die von Schülern dekoriert wird.

Kanti-Aula und Fasnacht passen nicht wirklich gut zusammen.

Freund: Das ist so, aber es gibt keine Alternative. Wir brauchen einen Saal und einen Aufenthaltsraum mit Barbetrieb, wo die Teilnehmer auf ihren Auftritt warten können und die Besucher verköstigt werden. Deswegen stellten wir seinerzeit auf dem Platz vor der Aula Rebsamen ein Zelt auf, was aber nicht ideal war.

Wie läuft der Vorverkauf?

Freund: Es sind bis jetzt etwa 50 Karten draussen. 120 wären das Soll. Wer einmal am Narrenabend war, kommt gerne wieder. Sie haben dä Plausch und lachen einen Abend lang.

In einer aktuellen Umfrage der Coop-Zeitung haben sich 30 Prozent der Teilnehmer als aktive oder passive Fasnächtler zu erkennen gegeben. Allein in Romanshorn wären das über 3000 Personen. Warum ist es so schwierig, diese Gruppe zu mobilisieren?

Freund: In Romanshorn gibt es keine Beizenfasnacht. Es ist sehr wenig Aktivität. Und ein entscheidender Punkt ist der Bodansaal, den wir nicht mehr haben. Die ganze Geselligkeit leidet darunter. Er fehlt auch im Anschluss an den Umzug als Treffpunkt für Guggen und Gäste. Es ist einfach fertig. Romanshorn hat in dieser Beziehung ein Problem. Und da sind wir mitten im Thema des Abends.

Wie heisst es?

Freund: Stadtverwicklung, in Anspielung auf die Stadtentwicklung, die derzeit in Romanshorn läuft.

Sie sagen, es stehe um die Romanshorner Fasnacht nicht zum Besten. Die Holzgass-Gluggere haben sich vor vier Jahren aufgelöst, weil der Nachwuchs fehlte. Der Trend konnte nicht gebrochen werden?

Freund: Nein, leider nicht. Es hat relativ wenig aktive Fasnächtler in Romanshorn im Vergleich beispielsweise zu Amriswil, wo wesentlich mehr los ist. Es ist hier vieles gestorben. Früher war das anders. Ich kenne Leute, die mir von grossen Festen im Bodan erzählen.

Da dürfte Ihnen das Augenwasser kommen.

Freund: Das hat etwas. Es wäre aber auch heute mehr möglich, wenn ich an all die Neuzuzüger denke.

Und deswegen geben Sie auch nicht so schnell auf.

Freund: Wir geben erst auf, wenn die Romanshorner aufgeben. Der Narrenabend ist von Romanshornern für Romanshorner.

Am Programm soll es nicht liegen: Es ist vielfältiger geworden im Vergleich zu früher. Stimmt die Mischung jetzt?

Freund: Ja, die Mischung ist sehr gut, und es sind eigentlich alles Romanshorner, die mitmachen. Die Flosschaoten bringen eine Schnitzelbank, die Theatergruppe Zündschnuuur trägt drei Sketches vor, die FCR-Sänger geben ein paar Lieder zum Besten, es gibt die Wahl des Bodenseefrosches, die Romis Näbelhorner sorgen für die richtige Musik, und die Hafeschnoogä betreiben die Bar. Ich selber führe als Conférencier durch den Abend in einer HD-Läppli-Figur, das hat sich eingebürgert. Gast ist die Glöggliclique aus Amriswil.

Warum könnte es auch für einen Nicht-Fasnächtler interessant sein, den Narrenabend zu besuchen?

Freund: Die Schnitzelbänkler beispielsweise verarbeiten aktuelle Themen. Von der Theatergruppe darf man in dieser Beziehung auch einiges erwarten. Der Abend verspricht einfach gute Unterhaltung. Die Guggen sind nicht dominant, aber sie haben ihren festen Platz am Anfang und zum Schluss des Programms. Sie gehören einfach dazu.

Sie sind der Tätschmeister beim Narrenabend. Wer gehört sonst noch zum Organisationskomitee?

Freund: Gaby Zimmermann, Christoph Sutter und Thomas Sonderegger. An den Sitzungen sind ausserdem Vertreter der verschiedenen Teilnehmer dabei. Alle arbeiten ehrenamtlich.

Karten für den Narrenabend vom Freitag, 6. Februar, gibt es im Café Funk, in der Confiserie Köppel, beim Rössli-Beck und beim Sunnebeck Strassmann. Türöffnung ist um 19 Uhr, das Programm beginnt um 20 Uhr. Wer verkleidet kommt, erhält einen Willkommensdrink.

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