Es braucht Raum für Junge

WEINFELDEN. Vierzig Jugendliche und Parlamentarier diskutieren Fragen um ein neues Jugend- und Kulturzentrum. Die Jugendlichen machen sich stark für ein Zentrum mitten im Dorf, die Erwachsenen sähen es lieber am Dorfrand.

Monika Wick
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Gemeindeparlamentarier und Jugendliche diskutieren über Anliegen der jungen Weinfelder. Diskussionsleiter Armend Aliu (rechts) hört zu. (Bild: Monika Wick)

Gemeindeparlamentarier und Jugendliche diskutieren über Anliegen der jungen Weinfelder. Diskussionsleiter Armend Aliu (rechts) hört zu. (Bild: Monika Wick)

«Leider sorgen viele Jugendliche durch Drogen- und Alkoholkonsum oder den Missbrauch von digitalen Medien immer wieder für negative Schlagzeilen», sagt Gemeinderätin Ursi Senn-Bieri in ihren Begrüssungsworten zur Veranstaltung «Jugend trifft Parlament» im Rathaus am Mittwochabend. «Nun möchten wir für positive Kritiken sorgen», fuhr sie fort.

Junge Frauen und Männer aus der Jugendkommission äusserten schon länger den Wunsch, mit Vertretern aus dem Parlament zu sprechen, um ihre Anliegen betreffend die Realisierung eines Jugend- und Kulturzentrums in Weinfelden zu diskutieren. So kam es zum Gesprächsabend. «Dieser Anlass ist eine Premiere», freute sich Ursi Senn-Bieri.

Kommission plant das Zentrum

Bereits 2010 erarbeitete die ehemalige Gemeinderätin Heidi Güttinger in Zusammenarbeit mit je dreissig Jugendlichen und Erwachsenen ein Jugendkonzept. Es wurde im Dezember gleichen Jahres vom Gemeinderat Weinfelden genehmigt. Nun muss eine Kommission gegründet werden, unter deren Dach das Gesamtkonzept für das neue Jugend- und Kulturzentrum entstehen soll. Diese Kommission wird sich auch zur Mittelbeschaffung und zu einem passenden Lokal Gedanken machen müssen.

Oberstes Ziel in der Realisierung ist, dass die zukünftigen Nutzer- und Zielgruppen, die Jugendlichen von Weinfelden, in die Planung des Zentrums einbezogen werden und auch selber aktiv werden sollen.

Diskussionsrunden im Rathaus

Armend Aliu, Mitglied der Jugendkommission, führt am Mittwochabend als Diskussionsleiter durch vier altersdurchmischte Gesprächsrunden. «Was stellst du dir unter einem Jugend- und Kulturzentrum vor, und wo wäre der ideale Standort dafür?», fragt er und gibt damit den Startschuss für die Gesprächsrunden. Auch Ansichten bezüglich Infrastrukturen, Betreuungs- und Freizeitangeboten werden rege diskutiert.

Für Mariam Enz von der Jugendkommission ist es wichtig, dass es nicht nur ein Jugendzentrum, sondern auch ein Kulturzentrum geben soll. «Ich wünsche mir Raum für Musik- und Theaterproben», sagte sie während einer Diskussionsrunde. Ob mit oder ohne Raum für Kultur, betreffend Standort des Zentrums sind sich die Jugendlichen ziemlich einig: «Möglichst zentral soll er sein, mitten im Dorf!» Anders sehen es die Erwachsenen, sie würden wegen der Lärmbelästigung eher eine Lage am Dorfrand oder in unbewohnten Gebieten bevorzugen. Einig sind sich aber alle, dass Angebote wie der Jugendtreff, Beratungen und Projekte unter einem Dach vereint sein sollen.

«Hoffentlich schon bald»

Der Inhalt der Gesprächsrunden vom Mittwochabend wird notiert. Eine Arbeitsgruppe wird nun diese Ergebnisse sichten und bearbeiten. «Ich hoffe, dass es bald einmal ein Jugend- und Kulturzentrum geben wird – egal, wo es steht», hofft Armend Aliu.