Es besteht wieder Hoffnung

KRADOLF/SULGEN. Weil sich niemand für das Präsidium zur Verfügung stellen wollte, stand der im AachThurLand aktive Kulturverein Steinacker vor dem Aus. Jetzt springen die Gemeinderatsmitglieder Renate Bruggmann und Fabio Ebnöther in die Bresche.

Brenda Zuckschwerdt
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Sie wollen den Verein retten: Gemeinderätin Renate Bruggmann, Gemeinderat Fabio Ebnöther und Vorstandsmitglied Ruth Grossmann. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Sie wollen den Verein retten: Gemeinderätin Renate Bruggmann, Gemeinderat Fabio Ebnöther und Vorstandsmitglied Ruth Grossmann. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Die Stimmung war düster, als der Kulturverein Steinacker Mitte September zur 56. Jahresversammlung einlud. Eine Woche vor der Versammlung war nach zweijähriger Durststrecke noch immer kein neuer Präsident gefunden. Zudem suchten mehrere Vorstandsmitglieder seit längerem vergeblich einen Nachfolger, um zurücktreten zu können. Bedenklich war auch, dass manche Veranstaltungen in jüngster Vergangenheit nur noch wenige Leute ins Kirchenzentrum gelockt hatten. Dass es so nicht weitergehen konnte, wussten alle im Vereinsvorstand.

Retter in der Not

In dieser Situation wandte sich der Vorstand an Gemeinderätin Renate Bruggmann, in Kradolf-Schönenberg unter anderem zuständig für Kultur. Sie wusste, dass es schlecht um den Verein steht. «Ich hatte aber immer die Hoffnung, dass sich schon noch jemand finden wird.» In ihrer Funktion als Gemeinderätin wollte sie sich nicht zu stark engagieren. «Es ist eigentlich nicht Sache der Behörde, Vereine zu retten.»

Als Privatperson war Renate Bruggmann aber der Überzeugung, dass der Verein nicht sterben sollte. Sie setzte sich mit Fabio Ebnöther zusammen, der einerseits ebenfalls Gemeinderat, andererseits aber auch persönlich mit dem Verein vertraut ist, denn seine Frau Susanne ist Vorstandsmitglied. «Ich habe die Problematik in den letzten zwei Jahren hautnah miterlebt», sagt Ebnöther. Aufgrund bereits bestehender Mandate hätten beide das Präsidium nicht alleine übernehmen wollen. Deshalb entschlossen sie sich für ein Co-Präsidium – bis ein Präsident gefunden ist.

Gewohnheiten ändern sich

Jetzt wollen die beiden gemeinsam mit dem Vorstand versuchen, dem Verein neues Leben einzuhauchen. An erster Stelle steht dabei die Suche nach einem Präsidenten. Aber auch zwei Vorstandssitze müssen auf Ende des nächsten Jahres neu besetzt werden. Auf die Mitarbeit der derzeitigen Vorstandsmitglieder können Renate Bruggmann und Fabio Ebnöther jedenfalls zählen.

«Der Vorstand ist komplett und aktiv», betont Ruth Grossmann. Sie ist seit 1980 als Kassierin dabei und kennt den Verein in- und auswendig. Es werde immer schwieriger, Publikum ins Kirchenzentrum Steinacker zu holen, selbst wenn es im eigenen Dorf sei. Heute legten sich immer mehr Leute erst in letzter Minute fest, ob sie am Abend einen Anlass besuchen wollten oder nicht. Um bei einer Veranstaltung des Kulturvereins dabei zu sein, muss man nicht Mitglied sein. Obwohl das keine grosse Sache wäre: Lediglich 15 Franken kostet die Mitgliedschaft pro Jahr; Verpflichtungen haben die Mitglieder keine.

Wie immer auch die Suche nach einem Präsidenten und nach Vorstandsmitgliedern verlaufen wird: Das Programm für die kommende Saison steht. Am Freitag, 16. November, geht es los mit den New Harlem Ramblers, die mit Dixieland-Jazz im Kirchenzentrum Steinacker für Stimmung sorgen werden. Auch das Trio Ohrhäppchen am Freitag, 22. März 2013, dürfte ein Erfolg werden; zu leckeren Appetithäppchen gibt es bekannte und weniger bekannte Schweizer Lieder.

Veranstaltungen bis 2014

Renate Bruggmann hofft, dass das Angebot vom Publikum in der Region auch genutzt wird. «Schliesslich bietet dieser Kulturverein hochstehende Veranstaltungen direkt vor der Haustüre.» Schon Bänz Friedli, Schreiber und Schneider oder Lara Stoll waren in Kradolf zu Gast. «Auf jeden Fall geht es mit dem Kulturverein Steinacker vorerst weiter», beruhigt Renate Bruggmann. Bis Ende 2014 werde es mit Sicherheit ein Programm geben.