Erstmals im Finanzausgleich

Die Stimmbürger der Politischen Gemeinde Sulgen haben das Budget 2016 trotz hohen Defizits einstimmig genehmigt. Mit dem Budget 2017 will die Behörde den Aufwandüberschuss stark reduzieren.

Hannelore Bruderer
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SULGEN. Bei der Durchsicht des Gemeindebudgets 2016 sei ihm aufgefallen, dass erstmals ein Betrag unter Finanzausgleich aufgeführt werde, meldete sich ein Stimmbürger zu Wort.

«Ich bin selbst erstaunt gewesen, als wir eine Mitteilung des Kantons erhalten haben, mit der der Gemeinde Sulgen ein Betrag aus dem kantonalen Finanzausgleich zugesichert worden ist», sagte Andreas Opprecht. Dass Sulgen auf die Nehmerseite gerutscht ist, führt er auf die rückläufige Steuerkraft der juristischen Personen zurück. Im Budget 2016 ist ein Betrag von 50 000 Franken vom Finanzausgleich eingesetzt worden. Das Stimmvolk hiess das Budget 2016 mit einem Aufwandüberschuss von 771 500 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 50 Prozent ohne Gegenstimme gut. Der Gemeinderat ist entschlossen, den Aufwandüberschuss im Budget 2017 deutlich zu reduzieren.

Neue Leitungen und Rohre

Das Kantonale Tiefbauamt Thurgau saniert die Kradolfstrasse 2016/17 ab Einlenker Waldstrasse/Schöneggstrasse bis Einlenker Unteraustrasse. Im nächsten Jahr sollen deshalb die Werkleitungen für Strom, Wasser und Abwasser in diesem gut 900 Meter langen Abschnitt für insgesamt 1,876 Millionen Franken erneuert oder ersetzt werden. Ferner werden Leerrohre für zukünftige Nutzungen eingelegt. Ohne Gegenstimme befürworteten die 158 anwesenden Stimmberechtigten der Politischen Gemeinde Sulgen an der Budgetversammlung das Vorhaben. Ebenso einstimmig genehmigten die Stimmbürger den Kreditantrag über 452 000 Franken zur Sanierung der Messstation Auwiesenstrasse. Der erste Schritt zur Erhöhung der Betriebs- und Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie in der Gemeinde Sulgen ist die zweite Einspeisemessstation an der Weinfelderstrasse, die derzeit gebaut wird. Der nächste Schritt ist die Sanierung der Messstation Auwiesenstrasse. Als dritte und vorerst letzte Etappe zur verbesserten Energieversorgung plant der Gemeinderat Sulgen im nächsten Jahr die MS Auwiesenstrasse mit einem wesentlich leistungsfähigerem Hochspannungskabel mit der Sulger Industrie zu verbinden.

Mit grossem Mehr nahm die Versammlung die 20jährige Magdallena Nuic ins Bürgerrecht auf. Weitere Punkte waren die Übergabe der Urkunden an die Jungbürger, Informationen zu Projektabrechnungen sowie zur Ortsplanung und die Verabschiedung vom Werkhofmitarbeiter Walter Vögeli, der nach 16 Jahren im Dienste der Gemeinde in Pension geht.

Über 100 Personen

Der Gemeindepräsident informierte über die ersten Erfahrungen mit Nutzung der Anlage für Luftschutztruppen (Alst) für Asylsuchende. Aktuell seien über 100 Personen dort untergebracht. Das Sicherheitsdispositiv werde wie bestehend beibehalten. Drei Meldungen seien via Hotline und beim Empfangs- und Verfahrenszentrum in Kreuzlingen eingegangen, die Polizei verzeichne keine Delikte.