Erstes Roggwiler Solarkraftwerk hat seinen Betrieb aufgenommen

ROGGWIL. Ein Freudentag für die Energiegenossenschaft Roggwil: Sie weihte am Samstag ihre erste gemeinschaftliche Photovoltaikanlage auf dem Gemeindegebiet ein. Eine zweite folgt im Frühjahr. Die Gemeinde will weiteren Schub initiieren.

Max Eichenberger
Merken
Drucken
Teilen

Sonnige Stimmung

Die Sonne machte den Promotoren der Energiegenossenschaft Roggwil (En-Ge-Ro) die Freude zwar nicht, ihre Strahlen auf die Panels zu werfen. Sie hatte sich hinter Wolken versteckt, als die 780 000 Franken teure Photovoltaikanlage auf dem Gewerbebau der Keller Spiegelschränke AG in Riedern eingeweiht wurde. Dafür sorgten Alphornbläser für sonnige Stimmung. Und ein Feuer auf dem Vorplatz versinnbildlichte, dass die Idee der En-Ge-Ro in der Gemeinde gezündet hat.

«Wir wollen damit aber auch symbolisieren, dass wir in Roggwil einen Flächenbrand auslösen wollen», sagte En-Ge-Ro-Vorstandsmitglied Walter Bucher. «Es hat viel Hartnäckigkeit und Ausdauer gebraucht bis zu diesem Meilenstein», zeigte sich Präsident Bernhard Wälti stolz darüber, dass jetzt die erste Anlage in Roggwil ans Netz gehen konnte. «Dabei war ich vor sechs Jahren noch als Phantast belächelt worden, als wir die En-Ge-Ro gegründet haben», erinnert sich Wälti. Sein visionäres Ziel ist, dass dereinst die ganze Gemeinde mit Energie aus nachhaltigen Quellen versorgt werden kann.

Seit 9. Oktober liefert die Photovoltaikanlage in Riedern bereits Strom. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmeter sind auf dem Dach Panels ausgelegt. Umgerechnet produziere das Sonnenkraftwerk so viel Strom, um den durchschnittlichen Jahresbedarf von 80 bis 100 Wohneinheiten decken zu können, sagte En- Ge-Ro-Techniker Christian Wolf.

Gemeinde will sich engagieren

Die Anlage sei ausverkauft. Die beteiligten Genossenschafter können dank kostendeckender Einspeisevergütung mit einer Rendite rechnen. Die nächste, noch grössere Anlage soll bis im Frühjahr auf dem Dach der RWD-Schlatter gebaut werden. Die Gemeinde Roggwil springt auf den Zug auf und setzt ein Zeichen. Wie Gemeindeammann Gallus Hasler ankündigt, beantragt die Behörde der Gemeindeversammlung im Januar, 200 000 Franken Genossenschaftskapital zu zeichnen.