Erster Prüfstein fürs Schwimmbad

KREUZLINGEN. Nächste Woche befindet der Kreuzlinger Gemeinderat über den Kredit von 32 Millionen Franken für das neue Bad. Die Attraktivitätssteigerung kostet fünf Millionen extra. Der Stadtrat spricht von einer einmaligen Ausgangslage.

Nicole D'orazio
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So soll das Familienbad im umgebauten Egelsee-Schwimmbad aussehen. (Bild: pd)

So soll das Familienbad im umgebauten Egelsee-Schwimmbad aussehen. (Bild: pd)

Es ist das bisher grösste Projekt in Kreuzlingen. Der Gemeinderat befindet nächste Woche über das Kreditbegehren für den Neubau Schwimm- und Freizeitbad Egelsee in der Höhe von 32 Millionen Franken. In diesem Betrag ist die Sanierung des bestehenden Thermalbades Egelsee inbegriffen. In einem zweiten Schritt stimmen die Gemeinderäte über die Attraktivitätssteigerung mit einem Thermal- und Saunabereich für weitere fünf Millionen Franken ab. Es ist das zweite Xentrums-Projekt, das zur Abstimmung kommt. Stimmt der Gemeinderat zu, ist die Volksabstimmung am 28. September dieses Jahres geplant.

«Der ganze Stadtrat steht hinter dem Projekt», sagte Stadtammann Andreas Netzle an der gestrigen Medieninformation. «Der Entscheid für die Schwimmhalle fiel einstimmig. Wir alle wollen diese wie auch die anderen Xentrums-Projekte.» Die Schwimmhalle trage auch zur geplanten Zentrumsentwicklung bei.

Konstellation ist einmalig

Michael Dörflinger, Stadtrat Departement Bau, sprach von einer einmaligen Konstellation: In der Region gebe es ein Schwergewicht auf Wassersport. Drei Kleinbäder in der Region (Spitalbad Münsterlingen, das Bad in der Pädagogischen Maturitätsschule sowie das Egelsee) seien sanierungsbedürftig oder werden bald geschlossen. Der Bedarf an Wasserfläche sei klar ausgewiesen, auch das Bundesamt für Sport stehe hinter dem Projekt. «Es ist ein super Projekt. Es stimmt alles.» Zudem seien die finanziellen Verhältnisse grundsolide. Man habe in den letzten Jahren Geld für die Vorfinanzierung auf die Seite legen können. «Wenn wir diese Konstellation jetzt nicht nutzen, werden wir wohl nie mehr ein neues Bad realisieren. Es stimmt aber, dass das Projekt sehr teuer ist. Das bestreitet niemand.»

Die Betriebskosten für den Grundausbau (32 Millionen Franken) belaufen sich auf 2 Millionen Franken. Beim Vollausbau wären es gut 2,5 Millionen. Den Grossteil davon machen Zinsen und Abschreibungen aus. «Wir haben die Betriebskosten gesenkt, wo wir konnten», sagte Dörflinger. Auch das Personal könne optimal eingesetzt werden. Bei diesen Kosten seien alle zugesicherten Beiträge eingerechnet. Mögliche Beiträge von Nachbargemeinden und eventuell weitere vom Bund würden den Anteil der Stadt entlasten.

«Wir gehen nun auf Werbetour bei den Aussengemeinden», sagte Dörflinger. «Bis nach Romanshorn und Amriswil.»

Berechnungen sind sicher

Die Kostenberechnungen für das Bad seien so sicher wie es ginge, sagte er. «Wir haben von zwei verschiedenen Seiten Berechnungen machen lassen», ergänzte Ruedi Wolfender, Leiter Departement Freizeit. «Das gibt uns ein gutes Gefühl der Sicherheit.» Sollte der Bau jedoch den Kostenrahmen sprengen, müsste das Volk noch einmal abstimmen, betonte Netzle.

Die hohen Betriebskosten könnten eine Steuererhöhung nötig machen. «Wir haben einen Finanzplan über acht Jahre mit allen Xentrums-Projekten gemacht», sagte der Stadtammann. Dabei musste man Annahmen von heute treffen, könne aber nie voraussagen, wie sich die finanzielle Lage entwickle. «In den letzten Jahren wurden wir beim Budget immer überrascht. Das kann so weitergehen oder nicht. Der Unsicherheitsfaktor ist gross.» Man sei dabei von einem strukturellen Defizit von 2 Millionen Franken ausgegangen. Um dieses auszugleichen wären etwa vier Steuerprozente nötig. «Wir können aber keine genaue Zahlen nennen.»

Riesiger Gegenwert

Wolfender fügte an, dass die Bevölkerung nicht nur die Zahlen sehen solle, sondern auch, was sie dafür bekomme. «Wir würden in eine wohl einmalige Anlage investieren, die für jedes Alterssegment etwas bietet. Der Gegenwert wäre riesig.»