Erste Kandidatin für Langrickenbach

Die SVP-Politikerin Fabienne Schnyder möchte Nachfolgerin von Gemeindeammann Markus Hausammann werden. Sie ist die einzige Kandidatin aus dem Gemeinderat. Neu soll das Pensum des Gemeindeammanns 50 Prozent betragen.

Martina Eggenberger Lenz
Merken
Drucken
Teilen
Wahl im Visier: Fabienne Schnyder will Frau Gemeindeammann werden. (Bild: Susann Basler)

Wahl im Visier: Fabienne Schnyder will Frau Gemeindeammann werden. (Bild: Susann Basler)

Langrickenbach. Kaum gab in Langrickenbach der langjährige Gemeindeammann Markus Hausammann bekannt, dass er 2011 sein Amt abgebe, entbrannten schon Spekulationen über die mögliche Nachfolge. Es war ein offenes Geheimnis, dass zwei Vertreter des Gemeinderates mit einer Kandidatur liebäugelten. Nun ist klar: Aus dem Gremium wird nur Fabienne Schnyder antreten. Vize-Gemeindeammann Urs Schär verzichtet auf eine Kandidatur.

Bereits im Kantonsrat

Fabienne Schnyder gehört dem Gemeinderat seit einem Jahr an. In Langrickenbach wohnhaft ist sie seit drei Jahren. «Ich habe mich schnell integriert. Obwohl ich in Kreuzlingen aufgewachsen bin, sehe ich mich als ländlichen Typ», meint die 32-Jährige. Sie lebt in einer festen Partnerschaft und mit ihrer kleinen Tochter in Zuben. Trotz ihres noch jungen Alters ist Fabienne Schnyder kein unbeschriebenes Blatt. Sie präsidierte von 2007 bis 2010 die SVP-Bezirkspartei und politisiert seit 2006 im Grossen Rat.

Auch als Frau Gemeindeammann würde sie im Kantonsrat bleiben wollen.

«Was mich an der Arbeit in der Gemeindebehörde am meisten fasziniert ist, dass man hier tatsächlich etwas bewirken kann», begründet Fabienne Schnyder ihre Kandidatur. Ausserdem sei es schön, mit dem tollen Gremium – alle Gemeinderäte kandidieren wieder – und einer funktionierenden Verwaltung zusammenzuarbeiten. Momentan arbeitet die Lehrerin noch an der Oberstufe in Affeltrangen mit einem 65-Prozent-Pensum.

Diese Stelle würde sie aber bei einer Wahl an die Spitze der Gemeindebehörde aufgeben. Der Gemeinderat ist nämlich zum Schluss gekommen, dass das bisherige Pensum von 30 Prozent auf 50 Prozent aufgestockt werden müsse. Ein Grund ist, dass die Verwaltung mit Übernahme der Postagentur stärker belastet wird. Auch der Gemeindeschreiber müsse von den bislang wahrgenommenen Führungsaufgaben entlastet werden.

Noch keine Mitstreiter

Dass sie keine «Ureinwohnerin» ist, sei wohl ein leichtes Handicap, gesteht Fabienne Schnyder ein. Sie hofft aber, dass sie im letzten Jahr bereits eine Vertrauensbasis als Gemeinderätin schaffen konnte. «Ausserdem ist ja noch nicht sicher, ob ich die einzige Kandidatin bleibe.»

Sicher nicht in den Ring steigen wird Urs Schär.

Er habe sich den Entschluss nicht leicht gemacht, müsse jetzt aber einsehen, dass das Amt aus zeitlichen Gründen nicht drinliegt, so der Vize-Gemeindeammann.