Erst zum Schluss auf die Waage

AMRISWIL. Nach der ersten Trainingswoche zeigen sich die Teilnehmer am Verlierer-Programm motiviert. Sie reden von Gruppendynamik, Muskelkater und dem Fernziel, die überflüssigen Pfunde los zu werden.

Rita Kohn
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Trainerin Daniela Da Silva zeigt Cony Bruderer und Florian Berchtold die richtige Haltung bei den Übungen mit den Hanteln. (Bild: Nana do Carmo)

Trainerin Daniela Da Silva zeigt Cony Bruderer und Florian Berchtold die richtige Haltung bei den Übungen mit den Hanteln. (Bild: Nana do Carmo)

Florian Berchtold will verlieren. Dafür nimmt er einiges in Kauf. «In zwei Jahren spätestens möchte ich 30 Kilo weniger auf die Waage bringen», sagt er. Dass es nicht ganz so einfach sein wird, weiss er. Im Militär habe er die Kilos zugelegt und sie nicht wieder weggebracht. Jetzt sieht er seine Stunde gekommen. «Als ich in der Zeitung vom Verlierer-Projekt gelesen habe, war das der Anstoss, den ich noch benötigte.»

Florian Berchtold ist einer von zwölf Leuten, die während insgesamt sechs Wochen nicht nur an Gewicht verlieren, sondern an Beweglichkeit zulegen wollen. «Ich werde dieses Jahr 50» sagt Cony Bruderer aus Amriswil. Da sei es an der Zeit, etwas für die Gesundheit zu tun. Beispielsweise durch die Reduktion des Körpergewichts. Schon vor Jahren habe sie mal beachtlich an Gewicht verloren und sei seither stabil geblieben. «Jetzt ist es an der Zeit, nochmals ein paar Kilo loszuwerden», sagt sie mit einem fröhlichen Lachen.

Alle im selben Boot

Überwindung hat es schon gebraucht, sich für das Projekt anzumelden. Sowohl für Florian Berchtold wie auch für Cony Bruderer war das Wissen wichtig, dass sie sich in einer Gruppe von Leuten bewegen, die alle die selben Gewichtsprobleme haben. «Ich hätte mich nicht in einem Fitnesskurs mit lauter Hungerhaken angemeldet», sagt die gutgelaunte Amriswilerin. So seien alle Teilnehmer auf einer Ebene.

Ob die Anstrengungen bereits gefruchtet haben, weiss weder Cony Bruderer noch Florian Berchtold. «Ich stehe erst ganz zum Schluss auf die Waage», sagt die Amriswilerin und der Frauenfelder nickt dazu. «Alles andere bringt nichts, da lässt man sich viel zu leicht verunsichern», doppelt er nach.

Muskelkater geht vorbei

Jetzt, eine Woche, nachdem das Programm begonnen hat, fällt es den Teilnehmern schon einfacher, die Übungen zu machen. «Ich hatte während der ersten Woche fürchterlichen Muskelkater», bekennt Cony Bruderer. «Ich habe mich ins Bad gelegt und mit allem Möglichen eingerieben. Nichts half.» Und das, obwohl sich die Amriswilerin regelmässig bewegt. «Ich spiele mehrere Stunden in der Woche Golf», sagt sie. Sie sei keine Frau, die nur zu Hause sitze.

Muskelkater hatte auch Florian Berchtold. Und auch er hat sich schon vor dem Programm regelmässig bewegt. «Ich fahre jeweils mit dem Velo von Frauenfeld nach Wil zur Arbeit», sagt er. In der zweiten Woche nun würden ihm nicht nur die Übungen leichter fallen, auch der Muskelkater sei so gut wie verschwunden.

Sich sofort gefunden

Raphaela Schenk und Nadine Graser, die beiden Fachfrauen, die das Verlierer-Projekt initiiert haben, sind mit den ersten Erfahrungen sehr zufrieden. Zwar hätten im letzten Moment noch drei Teilnehmer abgesagt, doch gibt es für ein mögliches weiteres Projekt schon einige Anmeldungen. Zudem sei die Gruppengrösse mit zwölf Leuten gerade ideal. «Die Leute haben sich sofort gefunden», schwärmt Raphaela Schenk. Das können auch Cony Bruderer und Florian Berchtold bestätigen. Sie fühlen sich wohl in der Gruppe. «Wir passen halt irgendwie zusammen», sagen beide.

Keine Mühe bekunden Cony Bruderer und Florian Berchtold mit den Einschränkungen beim Essen. «Ich sehe allerdings nur noch grün, wenn ich esse», witzelt Florian Berchtold. Ihm schmecke es aber, und er sei gerne bereit, sich an den Ernährungsplan zu halten. Das gilt auch für Cony Bruderer, die eher darauf achten muss, wirklich die Menge zu essen, die ihr Körper braucht. «Das kriege ich aber noch hin», sagt sie überzeugt.