Ermatinger bauen Luxushotel

Das Thurgauer Büro tec architecture hat das Zürcher «Kameha Grand» entworfen und gebaut. Das Resultat ist ein durchgestyltes Premium-Hotel. Es ist nicht das einzige Prestigeprojekt der international tätigen Firma.

Martina Eggenberger Lenz
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Je nach Blickwinkel zeigt sich die Struktur an der Fassade des «Kameha Grand» mehr oder weniger. (Bilder: pd)

Je nach Blickwinkel zeigt sich die Struktur an der Fassade des «Kameha Grand» mehr oder weniger. (Bilder: pd)

ERMATINGEN. Am Hang über dem Untersee, im ruhigen Villenquartier, hat tec architecture ihren Sitz. Im schönen Designhaus, natürlich ein Eigenentwurf, entstehen die Ideen für Bauten im In- und Ausland: vom Einfamilienhaus übers Hotel oder Geschäftshaus bis zum Wolkenkratzer ist alles dabei. Das Umfeld ist international, das Schwesterbüro befindet sich in Los Angeles. Und doch sagt Geschäftsführer Heiko Ostmann: «Die schöne Lage in der Provinz ist für uns ein guter Ausgleich.» Der gebürtige Deutsche lebt und arbeitet schon viele Jahre am Untersee.

Arbeit von fünf Jahren

Sein jüngstes Kind ist das Zürcher «Kameha Grand», ein Lifestyle-Hotel der Extraklasse. In Opfikon, unweit des Hallenstadions, hat das Haus im Frühling den Betrieb aufgenommen. Für Ostmann und sein Team war die Arbeit am 120-Millionen-Projekt mit über 250 Zimmern ein Grossauftrag. Rund fünf Jahre sei sein Büro mit der Entwicklung und Umsetzung beschäftigt gewesen.

Ins Auge fällt schon von weitem die Fassade des Hotels. «Wir wollten ihr eine gewisse Tiefe, eine Dreidimensionalität verleihen», sagt Ostmann. Ziel war, dass man von aussen keine langweilige Fensterfronten erkennt und sich die Geschosse optisch auflösen. «Wir sehen das Gebäude als Skulptur.»

Schoggi-Look und sexy Suite

Auch das Innenleben des Hauses haben die Ermatinger Architekten gestaltet. Am Werk waren sie gemeinsam mit dem renommierten holländischen Innendesigner Marcel Wanders. Dieser hat verrückte Ideen verwirklicht. So hängen beispielsweise überdimensionale Kuhglocken von der Decke des Entrées und es gibt Wände im Schoggi-Tafel-Look. Im «Kameha Grand» gibt es Motto-Suiten wie «Fair Play» mit Tschüttelikasten, «Gentleman» mit Roulette-Tisch oder «Burlesque» mit Spielzeugen für die besondere Nacht. Heiko Ostmann ist begeistert, dass von der Architektur bis zum kleinsten Deko-Element alles zusammenpasst. Das Haus strahlt zudem aus seiner Sicht auch dank der riesigen Einbuchtung im Erdgeschoss viel Freundlichkeit aus.

Schon Kulisse im «Tatort»

Wenn tec architecture ein Projekt entwickeln, arbeiten sie immer mit der Schwesterfirma in Los Angeles zusammen. «Wir haben tägliche Telefonkonferenzen», erklärt der Ermatinger Geschäftsführer. Ausserdem sende man dauernd Daten auf elektronischem Weg hin und her. Momentan arbeitet das Büro an weiteren Hotelprojekten auf Mallorca und in Stuttgart 21. Dort sind die Thurgauer verantwortlich für den Bau des Cloud-7-Towers. Heiko Ostmann betont aber, dass sein Unternehmen gerne auch kleinere Projekte realisiere, Einfamilienhäuser etwa. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das futuristische Haus des Rennfahrers Mike Rockenfeller in Landschlacht. Ostmanns eigenes Wohn- und Geschäftshaus in Ermatingen hat es übrigens auch schon ins Rampenlicht geschafft. Es war 2014 Drehort für den Bodensee-Tatort «Winternebel». Es stellte – was denn sonst – das Haus eines Architekten dar.

In der Shisha-Lounge wird Wasserpfeife geraucht. (Bild: Peter Allgaier, Konstanz)

In der Shisha-Lounge wird Wasserpfeife geraucht. (Bild: Peter Allgaier, Konstanz)

Der «Dome» ist einer der grössten Ballsääle der Schweiz. (Bild: Peter Allgaier, Konstanz)

Der «Dome» ist einer der grössten Ballsääle der Schweiz. (Bild: Peter Allgaier, Konstanz)