Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ERMATINGEN: Unerwarteter Rücktritt der Präsidentin

Die Kirchbürger wollen das Ferienhaus Cresta im bündnerischen Luzein vorerst weder verkaufen noch sanieren. Alternative Varianten müssen her. Am Schluss gab es für die Versammlung eine Überraschung.
Kirchenpräsidentin Beatrix Loosli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Kirchenpräsidentin Beatrix Loosli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ihren Rücktritt per 31. Mai 2018 gab Beatrix Loosli, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Ermatingen, am Schluss der Versammlung am Dienstagbend in der paritätischen Kirche bekannt. Der Entscheid sei ihr – nach sechs Jahren – nicht leicht gefallen, erklärte sie mit bewegter Stimme. Dies liess niemanden kalt, der Respekt vor den grossen Leistungen wurde spürbar. Als «intensiv, bereichernd und anspruchsvoll» beschrieb Beatrix Loosli ihr Engagement. Sie werde aber als freiwillige Mitarbeiterin der Kirchenbehörde erhalten bleiben. Die Ersatzwahl wird am 8. Mai 2018 stattfinden. Bereits bekannt war der Rücktritt von Elsbeth Müller, sowohl als Mitglied der Kirchenvorsteherschaft als auch der Evangelischen Synode des Kantons Thurgau. Elsbeth Müller wird weiterhin in der Jugendarbeit mitwirken. Die Ersatzwahl findet ebenfalls am 8. Mai statt. Interessierte für die frei werdenden Sitze sind gebeten, sich bis Ende März bei Präsidentin Beatrix Loosli zu melden.

Kirchenpflegerin Caroline Hoffmann-Baro erläuterte den 64 Stimmberechtigten das Budget 2018, das bei einem Aufwand von 1,193 Millionen und einem Ertrag von 1,171 Millionen mit einem Defizit von 21863 Franken rechnet. Dies bei gleichbleibendem Steuerfuss von 15 Prozent. Einstimmig bei zwei Enthaltungen wurde das Budget 2018 genehmigt. Im Budget enthalten sind auch 78000 Franken für die Revision der Orgel, die letztmals im 1990 revidiert worden war.

Herzblut fürs «Cresta»

Herzblut zeigten die Kirchbürger beim Thema «Ferienhaus Cresta». Es wurde von der Kirchgemeinde Ermatingen vor 53 Jahren im Jahr 1964 gekauft und liegt im malerischen Luzein im Bündnerland. Es dient dazu, den Kirchbürgern günstige Ferien zu ermöglichen. Das Haus ist inzwischen über 400 Jahre alt und ruft nach Sanierung. Die Auslastung liegt deutlich unter 20 Prozent, und wird nur noch knapp 10 Prozent durch die Mitglieder der Kirchgemeinde genutzt. Rund 80 Prozent der Gäste sind deutsche Urlauber. Die Kirchgemeinde Ermatingen finanziert das Haus Cresta mit jährlich rund 10000 Franken an Steuergeldern. Weitere Details wurden an einer Info-Veranstaltung am 7. November vorgestellt. Marco Dübendorfer, zuständig für Liegenschaften in der Behörde, hat ein grosses Mass an Bedachtsamkeit, Verantwortung und Mühe aufgewendet. Der Betrieb eines Ferienhauses sei nicht mehr als Kernaufgabe der Kirchgemeinde zu sehen und diese lehne entsprechend die Finanzierung einer umfassenden Sanierung mit eigenen Mitteln ab. Entsprechend werde ein Verkauf empfohlen.

Zwei Anträge wurden den Kirchbürgern vorgelegt, der Verkauf und die Sanierung. Nach der Infoveranstaltung habe er gehofft, dass die Sanierung mit Spenden und zusätzlichen Einnahmen zu finanzieren sei, betonte Marco Dübendorfer. Gleich mehrere Kirchbürgerinnen und Kirchbürger meldeten sich mit grossem Engagement zu Wort. «Man kann nicht mit 64 Leuten darüber abstimmen», sagte Jeannette Kornmaier und äusserte den Wunsch nach einer Urnenabstimmung. Einige Ideen wie etwa die Gründung einer Genossenschaft, verbessertes Marketing oder Frondienst-Einsätze wurden von Votanten kundgetan. So entstand eine Eigendynamik in der Diskussion. Urs Keller zeigte die grosse Arbeit im Hintergrund mit den finanziellen Konsequenzen auf und plädierte dafür, den Status quo vorerst zu erhalten, um weiter nach einer Lösung zu suchen.

Neue Lösungsansätze sind gefragt

Danach wurde abgestimmt. Dem Beibehalt der aktuellen Situation stimmte trotz vieler Enthaltungen eine Mehrheit zu. Der Verkauf und die Sanierung wurden jeweils verworfen. «Jetzt müssen wir nach neuen Lösungen suchen», sagte Marco Dübendorfer. Es folgte grosser Applaus für die untadelige Gesamtleistung der Behörde, besonders für Marco Dübendorfer und die Präsidentin Beatrix Loosli.

Margrith Pfister-Kübler

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.