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ERMATINGEN: Saubere Hühner vom Untersee

Immer mehr Geflügelfleisch weist antibiotikaresistente Keime auf. Nicht so die Tiere von Natur Konkret. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ist an deren Haltung interessiert.
Nicole D'orazio
Das Federvieh geniesst seinen Auslauf vor den mobilen Ställen. (Bild: PD/Ulrich Pfändler)

Das Federvieh geniesst seinen Auslauf vor den mobilen Ställen. (Bild: PD/Ulrich Pfändler)

ERMATINGEN. Die Eier werden selber ausgebrütet und die Jungtiere dann in Freilaufhaltung aufgezogen. Und zwar männliche wie weibliche Tiere. Bei Natur Konkret in Ermatingen hat das Federvieh ein schönes Leben. «Wir sind stolz, dass bei Proben von unserem Betrieb noch nie antibiotikaresistente Keime gefunden wurden», sagt Inhaber Guido Leutenegger. Denn immer mehr Geflügelfleisch weise solche Bakterien auf, bis zu 70 Prozent.

«Wir lassen regelmässig Proben untersuchen.» Bisher seien 517 Fleisch- und mehrere hundert Kotproben von Natur Konkret untersucht worden. «Wir veröffentlichen diese immer auf unserer Webseite», sagt der Chef. Da die Problematik mit den Keimen im September vermehrt in den Medien diskutiert wurde, habe er erneut Proben eingeschickt und danach einen Brief an Bundesrat Alain Berset gesandt. «Ich wollte aufzeigen, dass es auch ohne geht.»

Vielleicht kommt hoher Besuch aus Bern

Das für die Umsetzung der Strategie Antibiotikaresistenz im Bereich Tiere zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat ihm bereits geantwortet. «Wir haben mit Interesse von ihrem Schreiben Kenntnis genommen. Es handelt sich um einen innovativen Ansatz mit interessanten Resultaten», heisst es. Auf Leuteneggers Angebot zur Vorstellung der Haltung und Produktionsweise werde man gerne zurückkommen. «Eventuell können wir uns auch eine Vor-Ort-Besichtigung vorstellen.»

Leutenegger ist über die Antwort hocherfreut. «Wir zeigen den Vertretern aus Bern gerne, was und wie wir es machen.» Warum seine Hühner frei von diesen gefährlichen Keimen seien, führt er auf mehrere Gründe zurück: «Mein Betrieb ist unabhängig von den Grosskonzernen. Zudem halten wir Rassen- und keine Hybridhühner.» Letztere sind speziell für die Geflügelproduktion gezüchtete Tiere, die entweder besonders schnell Fleisch ansetzen oder besonders viele Eier legen. Zudem setzte man bei Natur Konkret auf mobile Ställe mit jeweils 40 bis 50 Tieren sowie Freilaufhaltung. Der Weideplatz werde regelmässig gewechselt. «Und sie bekommen hundert Prozent Biofutter und wenn's geht, gar keine Medikamente.» Man könne sagen, je mehr Platz ein Huhn hat, desto kleiner sei der Infektionsdruck, sagt Leutenegger.

«Zum Vergleich: Bei uns haben die Tiere ein halbes Jahr Zeit zu wachsen», erklärt Selma Regenscheit, Betriebsleiterin des Ulmbergs, den Unterschied der Rassen. «Hybridhühner sind hingegen innert 30 Tagen schlachtreif.»

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