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ERMATINGEN: Raus aus der Komfortzone

Der Arbeitgeberverband lud am Donnerstag zum traditionellen Neujahrsapéro, an dem die Behörden aus dem Bezirk auf die Wirtschaftsvertreter treffen. Das grosse Thema: Auf dem Weg zum Erfolg muss man eingetretene Pfade verlassen.
Urs Brüschweiler
Ex-Nationalrat Hermann Hess, Kantonsrat Reto Ammann und die Gastgeber vom Arbeitgeberverband Kreuzlingen und Umgebung, Präsident Jürg Kocherhans und Sekretär Fabian Kapfhamer. (Bilder: Reto Martin)

Ex-Nationalrat Hermann Hess, Kantonsrat Reto Ammann und die Gastgeber vom Arbeitgeberverband Kreuzlingen und Umgebung, Präsident Jürg Kocherhans und Sekretär Fabian Kapfhamer. (Bilder: Reto Martin)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Ein Standpunkt aus der Wirtschaft, einer aus der Politik: Zwei Referenten lädt der Arbeitgeberverband Kreuzlingen und Umgebung traditionell zum Behördenapéro im neuen Jahr ein. Heuer war es schwierig abzugrenzen, welcher der Gäste denn welchen Bereich abdeckt. Hermann Hess und Reto Ammann sind sowohl erfolgreiche Unternehmer als auch Politiker.

«Es heisst ja auch nicht Alt-Miss Schweiz»

Für den Amriswiler ist die aktive Politkarriere mit dem Rücktritt aus dem nationalen Parlament gerade zu Ende gegangen. Vor mehreren hundert Gästen im Unternehmerforum Lilienberg beklagte er sich denn auch über die Bezeichnung Alt-Nationalrat. «Es heisst ja auch nicht Alt-Miss Schweiz.» Seine Bekanntheit als Unternehmer habe ihn nach Bern gespült, erzählt er. Doch mit eben solchem Denken und Handeln fühle man sich dort unter Umständen nicht so wohl. Hess ist ein Freund klarer Worte. Jedoch fesselte er seine Zuhörer mit seinem Insiderbericht aus dem Bundeshaus und einem geschichtlichen Abriss über die Schweiz und den Thurgau deutlich länger, als es seine Redezeit eigentlich vorgesehen hatte. Viel Spannung erzeugte danach auch der Kreuzlinger Kantonsrat und Privatschulbetreiber Reto Ammann. Seine Ausführungen hatten fast das Potenzial für ein Motivationsseminar. Wer Erfolg haben möchte, müsse mutig sein, bekannte Wege verlassen, sowie Willen, Talent und eine Vision mitbringen. Die beflügelnden Worte Ammans griff unsere Zeitung im anschliessenden Apéro auf und wollte von den Gästen wissen, in welcher Beziehung sie zum «Musterbrecher» geworden sind, oder werden wollen. Der Kreuzlinger Geschäftsinhaber Enzo Schrembs versucht eine Chance zu packen, indem er kürzlich ein neues Produkt lanciert hat. Kantonsrätin Marianne Raschle hat sich persönlich den Vorsatz genommen, keine Dinge zu behalten, die auch beim Züglen nicht mehr mitkommen würden. «Das befreit und schafft Platz für Neues.» Immobilienexpertin Rosmarie Obergfell möchte öfter mal ihren Blickwinkel ändern und versuchen eine Fremdsicht einzunehmen. Der Güttinger Gemeindepräsident Urs Rutishauser und sein Altnauer Pendant Hans Feuz denken an die Fusion ihrer Dörfer, wenn man sie auf das Aufbrechen von Strukturen anspricht. Sie seien für alles offen, meinen sie, lachen dabei aber schelmisch. Bauingenieur Reinold Biefer meinte auf die Frage, dass er sich vorgenommen habe, nicht mehr mit «Pressefritzen» zu reden. Aber auch diese Aussage wird von einem Lachen begleitet. Geschäftsführer Rainer Keller möchte mehr auf Leute aus der zweiten Reihe hören und nicht so sehr auf jene, die den lautesten Schnabel haben.

Zwei Wochen in den Landdienst

Wie von Ammann gefordert raus aus der Komfortzone möchte der Ermatinger Gemeindepräsident Martin Stuber.«Wenn ich pensioniert bin, gehe ich zwei Wochen zu Markus Hausammann in den Landdienst. Dann weiss man eine warme Suppe wieder zu schätzen.» Der Nationalrat selbst hat sich vorgenommen, die silberne Hochzeit mit seiner Frau in diesem Jahr ausgiebig zu feiern. Ingenieur Reto Mästinger findet, man solle sich in der Region auf die eigenen Qualitäten stützen, statt anderes von auswärts zu kopieren.

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