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ERMATINGEN: Nachfolger haben angebissen

Wolfgang Ribi ist seit Jahrzehnten Berufsfischer und betreibt mit seiner Frau Ruth auch einen Laden. Nach über 30 Jahren übergeben sie das Geschäft an Fredy und Irene Fahrni.
Margrith Pfister-Kübler
Übergabe vor dem Fischlädeli: Ruth und Wolfang Ribi sowie Fredy und Irene Fahrni. (Bild: Reto Martin)

Übergabe vor dem Fischlädeli: Ruth und Wolfang Ribi sowie Fredy und Irene Fahrni. (Bild: Reto Martin)

Margrith Pfister-Kübler

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

«Ich bin dankbar, dass Wolfgang Ribi weiterfischt, denn ich brauche seine Fische», sagt Fredy Fahrni zum Patron- und Inhaberwechsel. Denn Berufsfischer Wolfgang Ribi und seine Frau Ruth – sie ist zuständig für die Fischverarbeitung – übergeben die Firma Wolfgang Ribi Fischerei AG im 33. Geschäftsjahr in jüngere Hände. Der 41-jährige Fredy Fahrni und seine Frau Irene, bisher Lehrerin und Schulleiterin, übernehmen die Fischerei und das Fischlädeli. Damit dieser Schritt für alle gelingt, wurde alles minutiös vorbereitet in der Übergangsphase zur Fahrni Fisch GmbH. Deshalb bleibt das Geschäft vom 22. Januar bis zum 6. Februar wegen Renovationsarbeiten geschlossen. Am Samstag, 20. Januar, ist der Ribi-Fischladen letztmals offen. Die Ladentüren öffnen sich am 7. Februar erstmals im Namen der Fischerei Fahrni.

Vom Metallbauschlosser zum Berufsfischer

Ihr ganzes Herzblut steckten Wolfgang und Ruth Ribi ins Unternehmen. Er spricht von seinem Traumberuf: «Fischen und Jagen sind seit jeher meine Leidenschaften, schon mit 14 Jahren machte ich das Fischerpatent.» Doch genau wie bei seinem Nachfolger führte der Weg zum Berufsfischer über einen anderen Beruf. Ribi lernte zuerst Metallbauschlosser bei Heiri Herzog. Doch in seinen Adern floss schon immer das Fischerblut – weitergegeben vom Grossvater mütterlicherseits Clemens Deggelmann von der Insel Reichenau sowie von Grossvater Emil Ribi. Wolfgang Ribi folgte schliesslich seinem Herzenswunsch: Er begann die Lehre bei Fischer Ruedi Scherb in Güttingen und besuchte die Fischereischule am Starnbergersee. Das Berufsfischerpatent durfte er am 1. September 1980 entgegennehmen.

«Es folgten magere Fischfangjahre, die durch ergiebigere abgelöst wurden», blickt der Ermatinger zurück. Abnehmer des täglichen Fangs war die Fischhandlung Läubli, und einen Teil verarbeiteten Ribis selber. Seine Jugendliebe und spätere Ehefrau habe er einst im legendären Fischrestaurant «Trischli» kennen gelernt, erzählt er. Auch sie hat die Gene für Ausdauer, Kraft, Geduld und die Leidenschaft für die Fischverarbeitung. Der Kundenstamm wurde immer grösser. 1991 wurde deshalb ein Neubau für die Fischverarbeitung mit Verkaufslokal an der Schönhaldenstrasse gebaut. Seither ist dies ein magischer Ort für Fischliebhaber.

20 Jahre im Wald sind für Fahrni genug

Fredy Fahrni sattelte nach 20 Jahren Tätigkeit als Forstwart um zum Berufsfischer. Auch er fischt von Kindsbeinen an. «Nach 20 Jahren Wald könnte ich ja mal was anderes machen», habe er sich überlegt und begann als Berufsfischer-Lehrling bei Wolfgang Ribi und der Fischereischule Starnberg. Im Sommer 2015 hielt er das Diplom in den Händen. Fahrni gründete eine GmbH. «Ich bin abhängig vom See, nur mit Fischen gäbe es kein Überleben. Es braucht den Fischladen dazu», sagt er zum Knochenjob. Ehefrau Irene Fahrni steigt mit ein ins Boot. Sie lernte die Fischverarbeitung und wird künftig das Lädeli und das Büro führen. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Die Kinder werden mir aber schon sehr fehlen», sagt sie zur Aufgabe ihres Berufes als Lehrerin und Schulleiterin.

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