ERMATINGEN: Mit dem Schirmtaxi an die Staaderchilbi

Der unverkennbare Boom des Fests am Untersee konnte auch durch die Gewitter am Samstag nicht gebremst werden. Rund 2000 Besucher besuchten das Fest, das drei Tage dauerte.

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Total zufrieden zeigte sich gestern Sonntag Urs Tobler, der OK-Präsident der Staaderchilbi. Beim starken Regen am Samstag war er auch als Schirmtaxi im Einsatz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Total zufrieden zeigte sich gestern Sonntag Urs Tobler, der OK-Präsident der Staaderchilbi. Beim starken Regen am Samstag war er auch als Schirmtaxi im Einsatz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Am Auftaktabend der Staaderchilbi am Freitag mit der legendä­ren «Afterworkbar», den Schiessbuden, der Fischchnusperli-Hochburg, dem Biergarten und vielem mehr, wurde gleichzeitig der Schulferienbeginn gefeiert. OK-Präsident Urs Tobler sagt: «Rund 500 Gäste kamen schon am ­Freitag. Zum Ferienbeginn werden richtige Familienfeste ge­feiert.» Es ist ein Generationenfest, die Staaderchilbi. Und der Festort am Schiffslandeplatz ist ja nicht zu überbieten, was auch die vielen Festbesucher, die mit dem Boot kommen, zu schätzen wissen.

Gewitter können Ermatinger nicht vom Festen abhalten

Am Samstag lotete Petrus die ­Widerstandskraft der Ermatinger aus. Denn knapp nach Beginn um 18 Uhr zogen dunkle Wolken auf, denen er Blitz, Donner und Starkregen mitgab. Es krachte ordentlich am Himmel. «Hochwasser von oben», sagte eine Gruppe und lachte. Tobler überlegte kurz: «Nein, ich kann mich nicht erinnern, dass es unsere Chilbi schon mal so verregnet hat.» Es gab Stau im Festzelt. Dann hat das OK kurzerhand das Schirmtaxi erfunden. Mit den grossen gelben Sonnenschirmen begleiteten die Helferinnen und Helfer in gelben T-Shirts die Besucher vom Festzelt zur Bar, zu den Verpflegungszelten oder in die coole Bier­garten-Location am Ende der Stedi und auch zum Auto, um die Heimfahrt anzutreten. Im Festzelt stand die Luft, der Schweiss rann und die Alpenstadel-Musi­kanten aus Altnau spielten lüpfig. Schlagartig stimmten alle An­wesenden mit ein, sangen und schunkelten. Das Gewitter verschluckte laute Worte und Be­wegungen, dann legte sich die Dunkelheit über die Stedi. Die Atmosphäre war dennoch gemütlich, so, als wären alle – OK-Chef Urs Tobler schätzt rund 400 – schon seit Tagen miteinander unterwegs.

Am Sonntag liess Petrus Milde walten

Petrus liess sich dann aber wohl vom überragenden optimis­tischen Geist der Ermatinger beeinflussen: Gestern Sonntag spielte das Wetter auf «schön», und die Musikgesellschaft Ermatingen erfreute die Besucher mit einem mitreissenden Frühschoppenkonzert. Der vorgelebte Optimismus der Ermatinger, ­diese Mischung aus Anpacken und Freude, steckte immer mehr Besucher an, gegen tausend kamen auf die Stedi. Nach der ­Menge des verspeisten Fisches befragt, sagte Berufsfischer ­Fredy Fahrni: «Das ist noch ­offen, wie viel wir gebraucht haben, der Sonntag dauert noch lang.»

Margrith Pfister-Kübler

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch