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ERMATINGEN: Ein literarischer Hotspot

Regierungsrätin Monika Knill eröffnete am Samstag das zehnte Literaturwochenende am Untersee. Zum Start gab es eine Lesung von Schriftsteller Dieter Bachmann im Salon der Villa Breitenstein.
Margrith Pfister-Kübler

Lesungen stünden nicht wirklich hoch im Kurs, seien eher eine «Randsportart». Umso bemerkenswerter sei das, was nun bereits zum zehnten Mal geboten werde. Regierungsrätin Monika Knill dankte und gratulierte den fünf Gastgebern der Lesungen in historischen Häusern zwischen Tägerwilen und Steckborn. Als Hotspot stufte Knill die Literatur-szene am Untersee ein. Sie war angetan von der Ambiance in den privaten Gemächern, die für die Lesungen zugänglich wurden. Viel Ehre wurde den Initianten Margit und Adolf Jens Koemeda zuteil, auch durch Gemeindepräsident Martin Stuber, der von einer «hochkarätigen Erfolgsgeschichte» sprach. Ihr Salon in der Ermatinger Villa Breitenstein war denn am Samstagnachmittag auch randvoll besetzt. Der Basler Schriftsteller Dieter Bachmann sass mittendrin im vielschich­tigen Publikum. Er las von Blättern. «Nein, dieses Buch gibt es noch nicht zu kaufen», sagte er. Bei seinen Erzählungen ging es um die Inventur des Lebens und den Abschied von Dingen. Er machte mit drei Personen bekannt: einem Philosophen, einem Weinbauern und einer Sophie aus New York. Er thematisierte die bitteren Wirkungen digitaler Entwicklungen auf den Menschen: dort, wo Hörbares, Sicht- und ­Berührbares verloren geht. Durch Sätze wie «Die Hand hat Durst, sie ist am Vertrocknen» oder «Man umarmt sich immer mehr, aber berührt sich immer weniger» liess er Abläufe der Digitalisierung und psychohygienische Folgen aufleuchten, ohne die Moderne zu verteufeln. Der Dialog nach der Lesung ergab die Möglichkeit für neue Erfahrungen, ­sowie Kreativität und Austausch anzuregen. Die Zuhörer genossen die Veranstaltung.

Margrith Pfister-Kübler

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

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