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ERMATINGEN: Die Hoteliers ziehen sich zurück

Lange haben Marie-Anne und Andy Hostettler versucht, in Ermatingen den Tourismus anzukurbeln. Nun steht ihr Hotel zum Verkauf. Der Erfolg der Panoramamesser löst diesen Schritt aus.
Annina Flaig
Marie-Anne und Andy Hostettler vor ihrem Hotel in Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

Marie-Anne und Andy Hostettler vor ihrem Hotel in Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

Annina Flaig

annina.flaig@thurgauerzeitung.ch

Die beiden haben in Ermatingen schon viel Aufsehen erregt. Zum Beispiel mit der Kampagne über Ermatingen als langweiligster Ferienort der Schweiz. Wegen solcher und anderer Ideen wurde der Werbefachmann Andy Hostettler im 3000-Seelen-Dorf auch schon als Spinner bezeichnet, nachdem er zusammen mit seiner Frau Marie-Anne und den beiden Töchtern vor sieben Jahren von Zürich ins alte Fischerdorf am Bodensee gezogen war. Einen Namen gemacht hat er sich auch mit seinem Panoramamesser, das er 2012 erfunden und erfolgreich lanciert hat.

«40-prozentige Auslastung ist für den Thurgau sehr gut»

Jetzt haben viele Angst, dass die Familie wieder wegziehen will. «So schad», sagen sie, wenn sie erfahren, dass die Hoteliers ihren Ermatingerhof verkaufen wollen. Für 3,5 Millionen Franken versucht ein örtlicher Immobilienhändler aktuell nämlich, einen Käufer für das 20-Zimmer-Haus zu finden. Potenzielle Käufer für dieses stattliche Haus gibt es nicht wie Sand am Meer. «Der Verkauf ist nur die dritte Option, die wir für die Zukunft dieses Hotels sehen», betont Marie-Anne Hostettler bei einer Tasse Kaffee. Sie stammt aus der Bretagne. Und sie hat dem Hotel seinen liebevollen, französischen Charme eingehaucht. Ihr Hotel gehört, laut eigenen Aussagen, zu den Top 5 im Thurgau. Auf den gängigen Ratingplattformen Holidaycheck und Tripadvisor haben sie sich die besten Bewertungen eingeholt. Der Ermatingerhof sei zu 40 Prozent ausgelastet, was im Thurgau eine sehr gute Auslastung bedeute. «Wir schreiben schwarze Zahlen.» Es ist etwas anderes, das den Schritt auslöst: «Mit unserer Firma Panorama-Knife GmbH generieren wir achtmal mehr Umsatz als mit der Firma Ermatingerhof GmbH.» Mit dem Kauf des Ermatingerhofes sei für sie damals ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen, erzählen die beiden. Ziemlich parallel zum Umzug aufs Land und dem Neuanfang als Hotelier hat Hostettler noch eine andere Idee umgesetzt, die ihm schon länger im Kopf herumgeschwirrt war: Ein Messer mit einem Bergpanorama als Wellenschliff. «Wir konnten nicht wissen, dass wir damit so erfolgreich sein würden», sagen die beiden, die mit ihren Messern unterdessen in zehn Ländern unterwegs sind und ein Team mit zehn Leuten beschäftigen. «Auch ich will mich aufs Messergeschäft fokussieren», sagt sie, die einsehen musste, dass das Leben als Hotelière nur schwer mit dem Familienleben vereinbar ist. So habe er sie beispielsweise jahrelang jeweils am Abend gefragt: «Und? Haben alle Gäste eingecheckt?» Weil er wusste, dass sie erst dann ihr Pyjama anziehen wird.

Verkauf ist für sie die letzte Option

Es sei kein gutes Gefühl sein Hotel zum Verkauf auszuschreiben, nachdem man sich sieben Jahre lang so engagiert für den Tourismus in der Region Ermatingen eingesetzt habe. Darüber hinaus sei das Hotel auch so etwas wie das Zuhause von Panorama-Knife. Hier kommen die beiden auch immer wieder mit Gästen von überallher ins Gespräch, die zu Partnern werden. Deshalb wäre es den beiden am liebsten, sie würden neue Geschäftsführer für das Hotel finden. Letztes Jahr hatten sie nämlich bereits eine engagierte Frau gefunden, die das Hotel erfolgreich führte. Allerdings habe sie nicht weitermachen wollen.

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