ERMATINGEN: Aufwertung der Hauptstrasse

Die Revision der Ortsplanung geht in die Vernehmlassung. Seit drei Jahren wird daran gearbeitet.

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Am Dienstagabend lud der Gemeinderat zu einer Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle. «Heute Abend wollen wir informieren und Fragen beantworten, eine Diskussion über die Ortsplanung findet nicht statt, nutzen Sie die folgende Vernehmlassung», erklärte Gemeindepräsident Martin Stuber. Die Ortsplanungsrevision sei aufgrund geänderter gesetzlicher Grundlagen nötig geworden. So habe auch Ermatingen seine Planungsinstrumente anpassen müssen. Im Frühling 2014 sei der Start erfolgt, im Sommer 2014 eine Umfrage bei der Bevölkerung lanciert worden und schliesslich habe eine Arbeitsgruppe einen Entwurf erarbeitet. Dieser sei nun zur Vorprüfung beim Kanton.

Christoph Brugger vom begleitenden bha-Team erläuterte den revidierten Richtplan. «Dieser ist behördenverbindlich und auf einen Zeitraum von 20 Jahren ausgelegt.» Die Ziele bezüglich Siedlung, Infrastruktur, Verkehr, Umwelt und Energie würden festgelegt. Neue Massnahmen seien unter anderem die langfristige Entwicklung in den Gebieten «Dosenfabrik» und «Oberstaad». Einzelne Gebiete seien neu in Richtplangebiete aufgenommen worden. Zudem würden Tempo-30-Zonen geprüft und als weiterer Schwerpunkt ein Betriebs- und Gestaltungskonzept der Hauptstrasse in Ermatingen und Triboltingen zur Aufwertung ins Auge gefasst.

Ackerterrassen sollen erhalten werden

Im Bereich Landschaft sei die Uferplanung in den Richtplan aufgenommen worden, erklärte Brugger. «Der Erhalt der wertvollen Ackerterrassen ist laut Richtplan anzustreben, ausserdem sind Vernetzungen mit Gehölz und Hecken aufgenommen worden.» In der Diskussion wurde eine Verkehrsberuhigung an der Fruthwilerstrasse im Bereich Schulhaus gefordert. Stuber dämpfte die Erwartungen: «Es ist eine Hauptstrasse, die dem Kanton gehört. Tempo 30 ist daher sehr unwahrscheinlich.»

Der Zonenplan hat neue Bezeichnungen erfahren. So gibt es die Dorfzone D a, welche in den historisch gewachsenen Dorfbildern gilt. In der Dorfzone D b sind die Bestimmungen weniger streng, weil sich hier noch Baulücken befänden, erklärte Brugger. Im Gebiet Ried sei eine Parzelle von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in eine Freihaltezone umgewandelt worden. Eine wesentliche Veränderung gebe es in Triboltingen, wo eine Parzelle aus der Landwirtschaft in Wohnen umgezont werden solle. Da die kantonale Gefahrenzone in den Zonenplan aufgenommen worden sei, «muss in den betroffenen Gebieten bei einem Baugesuch der Objektschutz nachgewiesen werden».

Im Baureglement seien verschiedene Anpassungen und Präzisierungen aufgrund der neuen gesetzlichen Grundlagen vorgenommen worden, sagte Brugger. Darunter seien die neue Masstabelle und die Lademöglichkeit für Elektroautos bei Parkplätzen. Ebenso seien Spiel- und Freizeitflächen definiert. Liegenschaftenbesitzer, die ihr Grundstück unter 70 Prozent nutzen wollten, müssten nachweisen, wie eine spätere Vollnutzung möglich wäre. «Die Vernehmlassung findet vom 15. April bis 15. Mai statt», erklärte Stuber. Er rief auf, sich genau zu informieren.

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch