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ERLEN: Schülerin häkelt ihr Schulhaus und landet damit einen Facebook-Hit

Nela Krammer hat als Abschlussarbeit für die dritte Sekundarklasse das Schulhaus im Massstab 1:100 gehäkelt. Das Video über die ungewöhnliche Arbeit wird auf der ganzen Welt geteilt.
Rita Kohn
Nela Krammer hat mit ihrer Projektarbeit die Bestnote geholt.

Nela Krammer hat mit ihrer Projektarbeit die Bestnote geholt.

Für den ersten Platz hat es ganz knapp nicht gereicht, aber für eine Verbreitung über mehrere Kontinente. Nela Krammer aus Riedt bei Erlen hat mit ihrer Abschlussarbeit Grenzen gesprengt. In über 220 Stunden hat die Schülerin das Schulhaus Erlen mit der Häkelnadel nachgebildet. Die stolze Mutter, Theresia Krammer hat von der Arbeit ein kurzes Video aufgenommen und es in mehreren Handarbeitsgruppen auf Facebook geteilt.



Gegen 22'000 mal ist das Video seither aufgerufen worden, es ist fast 60 mal geteilt worden, hat über 2100 Likes und unzählige Kommentare bekommen. "Sogar in den USA haben sie das Video kommentiert", sagt Nela Krammer begeistert. "Das ist der Hammer", "Respekt" oder "ganz grosse Klasse" sind nur einige der Kommentare, die es seither für die Arbeit gegeben hat. Sogar von Fachfrauen und Fernsehmoderatorinnen gab es Komplimente. "Das ist Kunst, wir hoffen, wir sehen noch mehr von Dir", wird Nela Krammer angeregt. Und tatsächlich macht sich die 14-jährige Schülerin Gedanken über ein weiteres Projekt. "Ich würde gerne die katholische Kirche Sulgen nacharbeiten", verrät sie. Sie werde in nächster Zeit bei der Kirche nachfragen, ob sie Pläne bekommen könne.

Mathematik, Zeit und Fingerfertigkeit

Nela Krammer hat mit ihrem Abschlussprojekt zunächst für Skepsis gesorgt. "Niemand konnte sich so recht vorstellen, wie das aussehen soll." Häkeln und Stricken ist bei den Jugendlichen in ihrem Alter kaum ein Thema. Entsprechend gross war die Neugier auf die Arbeit. Als das fertige Projekt dann ausgestellt war, staunten nicht nur die Lehrkräfte und Eltern, sondern auch die anderen Schülerinnen und Schüler.

"Ich hatte schon früh eine Häkelnadel in der Hand", verrät Nela Krammer und lacht verschmitzt. Die Liebe zur Handarbeit kommt nicht von ungefähr. Mutter Theresia Krammer betreibt einen Online-Shop für Wolle. "Nela verschwand im Wolllager und kam mit einer ganzen Reihe roter Wolle wieder", erzählt die Mutter. Sie suchte und fand die passende Farbe, die genau dem Rot des Schulhauses entspricht. 1,2 Kilo Wolle mit fast 4 Kilometern Lauflänge hat die Schülerin dann verarbeitet, bis sie die Häkelteile auf das Holzgerüst aufziehen konnte.

Zu Beginn der Arbeit hatte sich Nela Krammer beim Schulbüro die Pläne vom Schulhaus geholt und alles im Massstab 1:100 umgerechnet. "Die Schwierigkeit war, die Teile genau massstabgetreu zu arbeiten", schildert Nela Krammer. Manchmal habe es zu Anfang gestimmt, dann hätte sich aber das Teil zusammen gezogen und sie musste alles neu berechnen. Als dann alles stimmte, war sie erleichtert. Für die Arbeit ist fast die ganze Freizeit der Schülerin in den letzten drei Monaten drauf gegangen. Anstatt zum Skifahren oder Reiten zu gehen, arbeitete Nela Krammer in den Weihnachtsferien an ihrem Projekt. Sie sei sehr diszipliniert an der Sache gewesen, sagt ihre Mutter. Sie habe sich sogar den Wecker gestellt, und schon morgens mit der Arbeit angefangen.


Suche nach einem kreativen Beruf

Für Nela Krammer steht fest, dass sie nach der Schule möglichst einen kreativen Beruf lernen will. Bisher habe sie im Bereich Grafik und Mediamatik geschnuppert, sagt sie. Das habe ihr sehr gut gefallen. Aber auch Architektur wäre etwas, was sie interessierten würde. Genau weiss die Schülerin aber noch nicht, was sie machen will. Im Sommer wird sie erst einmal das 10. Schuljahr besuchen und danach Ausschau nach weiterführenden Schulen halten.

Dass sie für ihr Schulabschlussprojekt so viel Lob bekommen hat, freut Nela Krammer. Die Idee dafür sei ihr gekommen, weil bisher noch niemand etwas gehäkelt habe als Abschlussarbeit. Das wurde auch von den Lehrerinnen und Lehrern anerkannt. Sie haben die Arbeit mit einem "Ausgezeichnet" bewertet. "Sie haben mir gesagt, dass es nur hauchknapp nicht für den ersten Platz gereicht hat", sagt Nela Krammer mit einem Schulterzucken. Sie kann damit umgehen, dass sie auf dem zweiten Platz landete. Was nun mit der Arbeit geschehen wird, weiss die Schülerin noch nicht. Denkbar wäre, sie in ein Möbel einarbeiten zu lassen, etwa einen Salontisch. Auf jeden Fall soll sie nicht im Dachboden verstauben.

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