Erfolgreicher Karateka

STEINACH. Junioren-Schweizer-Meister und neunter an den Weltmeisterschaften: Der 15jährige Karateka Ramon Pfändler aus Steinach reitet auf einer Erfolgswelle. Dafür hat er aber auch hart trainiert.

Jeanette Herzog
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Dank ausdauerndem Training zum Erfolg: Der erst 15jährige Ramon Pfändler aus Steinach. (Bild: Jeanette Herzog)

Dank ausdauerndem Training zum Erfolg: Der erst 15jährige Ramon Pfändler aus Steinach. (Bild: Jeanette Herzog)

Sein Trainer nennt es einen «sensationellen Erfolg», der kleine Bruder findet es «cool». Und Ramon selbst fühlt sich vor allem geehrt, dass er die Schweiz an den Karate Weltmeisterschaften repräsentieren durfte. Für einen 15-Jährigen zeigt er sich ungewöhnlich bescheiden und überlegt. Zwei Eigenschaften, die gemäss seinem Trainer Fabrizio Bentivoglio, zu den Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Karateka gehören.

Im Junioren-Nationalkader

Eineinhalb Jahre trainierte Ramon Pfändler mit seinen Kollegen im Karateclub Goldach/Tübach auf die Weltmeisterschaften hin, die im luzernischen Kriens stattfanden. Die Qualifikationen für einen der begehrten Startplätze dauerten beinahe ein Jahr. An verschiedenen Juniorenturnieren stellte Ramon sein Können unter Beweis, was dazu führte, dass er 2009 in das Junioren-Nationalkader der Schweiz aufgenommen wurde.

Mit seinem Sieg an den Schweizer Meisterschaften im März bestätigte er seine Qualifikation für die Weltmeisterschaften. «Im letzten Jahr hat Ramon eine grosse körperliche und geistige Entwicklung durchgemacht», beobachtete sein Trainer. Die Katas seien härter geworden und Ramon selbst konzentrierter.

Intensives Jahr

Zwei bis vier Trainings in der Woche und zahlreiche Wochenenden hat der junge Steinacher in seinen Erfolg investiert. Zu einem intensiven Jahr beigetragen hat auch der Übertritt in die Kantonsschule St.

Gallen. Neben Schule und Training blieb ihm nicht mehr viel Freizeit. Die Freunde mussten dabei so manches Mal hinten anstehen.

Ein imaginärer Kampf

An den Schweizer Meisterschaften und den Weltmeisterschaften startete Ramon Pfändler in der Disziplin «Kata». Katas sind festgesetzte Schrittabfolgen, die den Kampf gegen einen imaginären Gegner simulieren.

Das Ziel ist es, vor den Augen von fünf Wertungsrichtern die Kata möglichst kraftvoll und präzise auszuführen. Die Schwierigkeit sei, während dieser 30 bis 50 Sekunden alles auf den Punkt zu bringen, sagt Fabrizio Bentivoglio, der Trainer des Karateclubs Goldach/Tübach.

Einer der Jüngsten

Mit seinem neunten Rang an den Weltmeisterschaften plazierte sich Ramon Pfändler als zweitbester Schweizer in der Kategorie bis 18 Jahre.

Nur sein Trainingskollege Ricardo Stillhard, aus Staad konnte diese Leistung überbieten, er wurde siebter.

«Dafür, dass Ramon einer der jüngsten Teilnehmer war, ist der neunte Rang ein sensationeller Erfolg», bekräftigt Fabrizio Bentivoglio. Denn bei der Kata käme es neben der Kraft und Präzision auch auf die Ausstrahlung des Teilnehmers an. Ein 15-Jähriger sei da im Nachteil gegenüber einem 18-Jährigen.

Seit neun Jahren im Training

Seit neun Jahren trainiert Ramon Pfändler im Karateclub Goldach/Tübach Kyokushinkai Karate. Schon als kleiner Bub wollte er nicht wie die anderen Kinder Fussball spielen, sondern lieber Kampfsport lernen. Die Idee allerdings kam nicht von ungefähr: Ramons Götti Remo Pfändler war schon ein erfolgreicher Karateka, der jahrelang für die Schweizer Nationalmannschaft im Ausland kämpfte.

Familie steht dahinter

Für Ramon war klar, dass er auch so erfolgreich werden möchte. Dem Karatefieber erlagen schliesslich auch Ramons Mutter Franziska Pfändler und später der kleine Bruder Luca. Beide haben sich inzwischen sportlich umorientiert, dafür trainiert seit nun mehr als sechs Jahren auch Ramons Vater Heinz Pfändler.

Die gesamte Familie steht hinter Ramons Leidenschaft für das Karate. Sein nächstes Ziel ist es, in das Vollkontakt-Kämpfen einzusteigen. Bei aller Unterstützung wird es da der Mutter dann doch etwas mulmig.