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Erfolgreicher Gewerbler und gradliniger Politiker

Zum Gedenken an Emil Lindenmann
Urs Martin
Emil Lindenmann: 1942 - 2018. (Bild: PD)

Emil Lindenmann: 1942 - 2018. (Bild: PD)

«Ihr müsst mich noch lange aushalten, meine Mutter wurde fast 105 Jahre alt», pflegte Emil Lindenmann gerne zu sagen. Am 6. Februar musste eine grosse Trauergemeinde in der evangelischen Kirche Amriswil überraschend feststellen, dass Emil Lindenmann, der für treffsichere Prognosen bekannt war, für einmal irrte. Am 27. Januar 2018 klopfte er nach kurzer schwerer Krankheit an die Himmelstüre an, so wie sie im von ihm geliebten «Schacher Seppli» besungen wurde.

Emil Lindenmann wurde am 21. August 1942 als letztes von fünf Kindern in St. Margarethen im Hinterthurgau geboren. Er genoss eine gute Schulbildung und hielt viel von seinen Lehrern – zu einigen unterhielt er lebenslang Kontakt. Nach Lehr- und Wanderjahren in Frauenfeld und Winterthur gründete er 1967 an der Grenzstrasse 7 in Amriswil sein eigenes Unternehmen für Autoelektrik. Es folgten beruflicher Aufschwung, ein Neubau an der Kreuzlingerstrasse 10 und bald ein Erweiterungsbau.

1993 wagte sich Emil Lindenmann mit dem Kauf der Grob Druck AG und der späteren Gründung des LINDI-Verlags ins Druckereigewerbe. Daneben legte er ein schier übermenschliches Engagement für die Allgemeinheit an den Tag: 23 Jahre Kantonsrat für die SVP, 14 Jahre Dienstchef Zivilschutz, zwölf Jahre Bankrat, zehn Jahre Ortskommission/Gemeinderat von Amriswil und acht Jahre als Richter am Bezirksgericht Bischofszell. Weiter war er Obmann der Autoelektriker-Lehrabschlussprüfungen, Sektionspräsident der Autoelektriker und Präsident des Unteroffiziersvereins Amriswil sowie Gönner bei den Pistolenschützen.

All diese Aktivitäten wären ohne seine ihn stets unterstützende Ehefrau Hanni nicht möglich gewesen, welche er 1965 heiratete. Hanni hielt ihm in Familie und Betrieb über ein halbes Jahrhundert den Rücken frei und arbeitete im Betrieb aktiv mit. Ihre drei Kinder Guido, Marcel und Daniela traten in die Fussstapfen des Vaters und führen heute alle selber Gewerbebetriebe. Das Gewerbe vertrat Emil Lindenmann auch in der Politik dezidiert: geringere Steuerlast, weniger Bürokratie, günstige Bankenbedingungen. Daneben engagierte sich der fünffache stolze Grossvater für den Erhalt der traditionellen Schweizer Werte. Sein politisches Gesellenstück war aber die Ansiedelung des kantonalen Strassenverkehrsamtes in Amriswil.

Emil Lindenmann hinterlässt als Mensch eine Lücke, die nicht zu füllen ist. Der Verstorbene dazu bescheiden: «Mein Lebenslauf soll nicht zur Trauer Anlass geben, sondern im Gegenteil in aufgelockerter Art das Leben eines gewöhnlichen Erdenbürgers schildern, welcher seine Frau und die Kinder, sein Leben und selbst die Arbeit liebte. Seid nicht traurig, seid lustig und freuet euch.»

Urs Martin

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