Erfolg weckt Erwartungen

Der Jugendtreff beim Bahnhof Kradolf hat mehr Besucher – mehr Mädchen und mehr Schweizer. Das wecke Erwartungen, sagte Präsident Peter Welti.

Heinrich Schlegel
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25 Jugendliche besuchten regelmässig den Jugendtreff in Kradolf. (Bild: Arne Goebel)

25 Jugendliche besuchten regelmässig den Jugendtreff in Kradolf. (Bild: Arne Goebel)

KRADOLF. In Kradolf versammelten sich die Delegierten der Trägergemeinden im Jugendtreff. Sechs Besucher berichteten über die Höhepunkte des vergangenen Jahres. Neben einem Filmabend gab es ein Abschiedsfest für Jugendarbeiter Mario Franchi, der eine Vollzeitstelle als Theaterpädagoge in St. Gallen erhielt. Zudem wurden unter anderem eine Party zur Begrüssung seines Nachfolgers Peter Frey und ein Einweihungsfest für die neu gestrichenen Räume organisiert.

Vier Jugendliche bilden neu das Betriebsteam, das den Kiosk betreibt. Dass Jugendliche Verantwortung übernehmen in der für sie geschaffenen Institution, wurde als gutes Zeichen gewertet. Jugendarbeiterin Anita Tschannen konnte zudem über die markant angestiegene Besucherzahl berichten. Durchschnittlich besuchten 25 Jugendliche regelmässig den Treff.

Der Mädchenanteil stieg von 13 Prozent im Jahr 2008 auf 32 Prozent im vergangenen Jahr und ebenso der Anteil der Schweizer unter den Besuchern.

Keine Erhöhung der Beiträge

In seinem Jahresbericht führte Präsident Peter Welti aus, dass die Angst vor Jugendgewalt zunehme. Damit wüchsen auch die Erwartungen an die offene Jugendarbeit.

Die drei Jugendarbeiter des Vereins seien aber durch die Arbeit im Treff und die soziopädagogische Integrationsarbeit schon stark ausgelastet. Eine Aufstockung ihrer Pensen sei nicht möglich. Die Trägergemeinden hätten nämlich mehrmals signalisiert, dass sie ihre Beiträge nicht erhöhen wollten.

Die Jahresrechnung für 2009 mit Aufwendungen von 157 000 Franken und Einnahmen in der gleichen Höhe ist ausgeglichen, das Budget für 2010 sieht dagegen ein Defizit von 10 000 Franken vor. Eine Verzichtplanung sei daher unumgänglich, so Peter Welti.

Freude des Gründers

Erfreut über den Erfolg des Jugendtreffs, den er als erster Präsident des Vereins eingerichtet hat, zeigte sich Fabio Ebnöther. Dass er mit Mustafa Saliu einen Sozialarbeiter angestellt habe, der aus dem gleichen Kulturkreis stammt wie der Grossteil der Besucher und sich mit ihnen und ihren Eltern in deren Muttersprache verständigen kann, sei entscheidend für diesen Erfolg gewesen. Er zeigte sich auch glücklich darüber, das Peter Welti das Präsidentenamt nun definitiv übernahm.