Erfolg mit roten Zahlen

Weinfelden. 122 glückliche Aussteller, über 8500 Besucher – die Messeleitung hätte über die Schlaraffia 2008 an der Generalversammlung wohl ein rundum positives Fazit ziehen können, wäre nicht das Debakel mit der swisseglise gewesen.

Christof Lampart
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Schlaraffia-Präsident Rolf Müller (Bild: art)

Schlaraffia-Präsident Rolf Müller (Bild: art)

Wie der Verwaltungsratspräsident der Schlaraffia, Rolf Müller, am Donnerstag an der Generalversammlung den Aktionären erklärte, habe man aus der kurzfristigen Absage der Kirchenmesse swisseglise (die Absage erfolgte am 10. Dezember 2007) klare Konsequenzen gezogen. Die Schlaraffia werde sich in Zukunft so aufstellen, dass sie sich auch ohne eine Zweitmesse und deren Kostenteiler, wie beispielsweise die swisseglise, tragen könne.

Die Jahresbilanz 2008 weist einen Fehlbetrag von 16 200 Franken auf. Dieser, so Schlaraffia-Finanzchef Erwin Wagner, sei vor allem aus der swisseglise-Absage entstanden, da man die Infrastruktur nicht zweimal nutzen konnte. Schlugen die Infrastrukturkosten im 2007 für die Schlaraffia (mit swisseglise) mit 110 000 Franken zu Buche, so waren es in diesem Jahr 168 000 Franken. Diese Differenz von 57 000 Franken, so Wagner, habe man trotz vieler Optimierungen nicht wettmachen können. Kein Wunder, bezeichnete Müller das finanzielle Ergebnis als einzigen Wermutstropfen im Jahr 2008. Auf keinen Fall in Frage gekommen wäre es für die Schlaraffia-Crew, dass man Einsparungen auf Kosten der Qualität vorgenommen hätte. «Denn somit konnten wir das mittlerweile sehr etablierte Image der Messe schützen», so Rolf Müller.

Preise angehoben

Damit die finanzielle Unabhängigkeit der Schlaraffia gewährleistet bleibt, wurden auf 2009 hin die Quadratmeterpreise (von 155 auf 165 Franken) sowie die Eintrittspreise an der Kasse (von zwölf auf 13 Franken) angehoben. Doch damit alleine ist es noch nicht getan. Laut Müller wolle man vermehrt die bereits bestehende Infrastruktur nutzen, um Kosten zu sparen.

Umzug der Soussol-Halle?

Mehr dürfte jedoch ein etwaiger Umzug der Soussol-Halle in den «Thurgauerhof» bringen. Zwar seien die Mietkosten im «Thurgauerhof» höher, doch rechne man sich von einem Umzug auch diverse Vorteile wie kostengünstigere Infrastrukturen für Messe-Restaurant und Lounge und rund 100 Quadratmeter zusätzlich vermietbare Fläche aus. Durch letztere Massnahme würden auch die Anbauzelte bei der Halle 2 überflüssig. Auch müsste man folgerichtig keine weiteren Investitionen für eine bessere Qualität in der Soussol-Halle aufbringen, die Heizkosten für Lichthof und Soussol als auch die Teppichlegung fielen weg. Notabene seien auch die WC-Anlagen stilvoller und die Lüftung besser, so Rolf Müller über das Ausstellungskonzept 2009.

Bis 2015 reserviert

Die Schlaraffia habe vor kurzem den «Thurgauerhof» bis ins Jahr 2015 reserviert. Bis Ende November wollen die Schlaraffia-Macher Detailabklärungen vornehmen und einen definitiven Entscheid über das Ausstellungskonzept fällen. Gleichzeitig wird ein entsprechender schriftlicher Bericht an alle Aktionäre und Sponsoren verschickt werden.

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