Er wird als geselliger Mensch in Erinnerung bleiben

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In seinem Kreuzlinger Heim an der Steinbruchstrasse verstarb am Montag, 27. November, der ehemalige Stickereizeichner und Journalist Arnold Rüesch. Der zierliche Mann mit dem grauen Bärtchen und dem schicken Béret ist vielen bekannt als Berichterstatter kultureller Anlässe mit umfangreichen meist autodidaktisch erworbenen Kenntnissen in Musik, Malerei und Gesellschaft. «Noldi» wird als geselliger Mensch, der vor allem in Kreuzlingen und Konstanz gerne auf einen Schwatz und ein Glas Roten einkehrte, in lebhafter Erinnerung bleiben. Und er engagierte sich auch bis ins hohe Alter im Sportverein, im Chor und bei Kulturveranstaltern wie dem Museum Rosenegg in Kreuzlingen. Auf der offenen Bühne in Konstanz oder bei privaten Festen gab er gerne ein Gedicht oder mit seiner Gitarre ein «Lumpeliedli» zum Besten.

Arnold Rüesch, am 8. August 1936 geboren, wuchs in Rorschach SG mit seinen drei Geschwistern Ony, Lina und Bruno in einer Arbeiterfamilie auf und besuchte dort die Schulen. 1955 schloss er bei «Forster Willy &Co» in St. Gallen die Lehre als Technischer Stickereizeichner ab. 15 Jahre arbeitete er auf seinem Beruf auch in Leitungsfunktionen und widmete sich der Aufgabe, modische Kreativität und technische Machbarkeit zu vereinen. Zusätzlich unterrichtete er an der Textil- und Modeschule und trat als 36-Jähriger 1972 ins Lehrerseminar Kreuzlingen ein. So konnte er ab 1974 als Primarlehrer einer grossen Mehrstufenklasse in Götighofen TG wirken. 1966 heirateten Arnold Rüesch und Nelly Comolli und bekamen die Töchter Ursula, Silvia und Barbara, 1972 zogen sie nach Kreuzlingen.

Zu Rüeschs Hobbys wie Zeichnen, Fotografieren, Musik und der Tätigkeit als zeitweiliger Leiter der beiden Dorfchöre gesellte sich ab 1980 die freie Mitarbeit bei verschiedenen Thurgauer Zeitungen. Nach der Scheidung wirkte er 1988 bis 1995 vollamtlich bei der «Davoser Zeitung» als Redaktor. Im Mai 1998 heiratete Rüesch die Reisekauffrau Gerti Press-Ohl, mit der er 1995 wieder an den See nach Altnau und später nach Kreuzlingen gezogen war. Arnold Rüesch blieb auch später im vorzeitigen Ruhestand publizistisch und fotografisch aktiv. Am 8. Dezember fand Arnold Rüesch wie er es sich wünschte in Bernrain auf dem dortigen Friedhof seine Ruhe.

Barbara N. Grauwiler