Er war sofort Feuer und Flamme

Die Feuerwehrkarriere von Kommandant Bruno Bühler geht Ende Oktober zu Ende. Mehr als 30 Jahre lang hat der 54-Jährige sowohl in der Hafenstadt als auch in wichtigen Ausbildungsfunktionen für den Kanton Dienste geleistet.

Drucken
Teilen
Bruno Bühler vor einem Feuerwehrauto im Depot. (Bild: pd)

Bruno Bühler vor einem Feuerwehrauto im Depot. (Bild: pd)

ROMANSHORN. Wenn es brennt, es Unfallopfer zu bergen gibt, Öl und Wasser Schäden anrichten oder überflutete Keller ausgepumpt werden müssen, zählt jede Sekunde. Egal, was sie gerade tun oder im Bett liegen – sobald ein Alarm eingeht, lassen Feuerwehrleute alles liegen. Im Katastrophenfall ist nicht nur der Faktor Zeit, sondern auch jedes Glied in der Kette von grösster Bedeutung: Feuerwehrleute, Geräteführer, Offiziere, Einsatzleiter und Kommandant.

Bruno Bühler hat das facettenreiche Zusammenspiel, in welchem jeder Handgriff unter grossem Druck sitzen muss, über 30 Jahre lang mitgestaltet.

Vielseitig engagiert

Bühler war an weit über 1000 Ernsteinsätzen beteiligt, besuchte ebenso viele Übungsstunden, bildete die Romanshorner Korpsangehörigen aus, führte das Kommando und betätigte sich darüber hinaus als Klassenlehrer und Instruktor im ganzen Kanton. Sein Ziel war immer das gleiche: Der Bevölkerung in Notsituationen bestmöglich und mit einer gut ausgebildeten Crew schnellstmöglich helfen.

Bühler kann sich noch gut an die Anfänge seiner Feuerwehrkarriere erinnern. Denn diese hat unverhofft auf einer Baustelle begonnen. Der damalige Feuerwehrkommandant und spätere Stadtrat Max Sommer habe ihn im Frühjahr 1984 beiläufig auf die noch am gleichen Abend stattfindende Übung aufmerksam gemacht: «Das wäre doch was für dich», sagte ihm Sommer während einer Besprechung. Der Eindruck des damaligen Feuerwehrkommandanten täuschte nicht. Das anforderungsreiche Metier war tatsächlich etwas für Bühler. Denn der 23-Jährige schnupperte Stunden später erstmals Feuerwehrluft, fasste am gleichen Tag seine Uniform und durchlebte später während seiner 30jährigen Karriere alle Stufen der im Milizsystem organisierten Feuerwehr.

Breite Erfahrung

Die vertieften Ortskenntnisse, die Erfahrungen als Handwerker sowie seine Macher- und Führungsqualitäten halfen Bühler in unterschiedlichen Funktionen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. So als junger Feuerwehrmann, Unteroffizier, Leutnant, Chef der Ölwehr, Zugchef, Vizekommandant und seit Anfang 2013 als Feuerwehrkommandant in einem 25-Prozent-Pensum.

Den grössten Brand erlebte er, als im Jahre 2000 der Güterschuppen brannte. Sein emotional schwierigster Einsatz war ein Verkehrsunfall mit zwei Toten. «Das ging mir schon nahe», sinniert der 54-Jährige, der nicht nur in Romanshorn, sondern im ganzen Kanton neue Führungskräfte und Spezialisten ausgebildet hat.

Seine Frau und seine Kinder hatten Verständnis, wenn wegen eines Einsatzes das Familienprogramm kurzfristig umgestellt werden musste. «Auch in unserem Unternehmen, wo mehr als ein Viertel der Belegschaft Feuerwehrdienst leistet, war man sich immer bewusst, dass bei einem Alarmeingang Aufträge zum Nebenschauplatz werden.»

Doppelbelastung zu gross

Das inzwischen deutlich ausgeweitete Tätigkeitsfeld des Familienunternehmens Bühler Bedachungen und Bauspenglerei AG erfordert von der Geschäftsleitung vollsten Einsatz. «Die Erwartungen des Feuerwehrkaders und meine gleichzeitige Verantwortung als Mitinhaber einer Firma mit über 30 Angestellten und fünf Lernenden liessen sich leider nicht mehr vollumfänglich unter einen Hut bringen», begründet Bühler seinen Entscheid. Der Rücktritt sei aber auch mit Wehmut verbunden. «Ich habe es immer sehr gerne gemacht», blickt er zurück. (mtb)