Er war «Mister Schwimmclub»

Das Organisationskomitee der Sportlergala hat Christof Keller zum Sportförderer des Jahres gewählt. Am 21. März erhält das ehemalige Vorstandsmitglied des SC Kreuzlingen die Auszeichnung für sein Engagement.

Nicole D'orazio
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Sportförderer Christof Keller posiert in seinem Haus. (Archivbild: Reto Martin)

Sportförderer Christof Keller posiert in seinem Haus. (Archivbild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Christof Keller ist überrascht. Das Organisationskomitee der Kreuzlinger Sportlergala hat ihn zum Sportförderer des Jahres bestimmt. «Dabei ist 2014 das erste Jahr, in dem ich nach jahrzehntelangem Wirken nicht mehr aktiv mit dabei bin», sagt er. Die Freude über die Auszeichnung sei jedoch gross. «Es ist eine Wertschätzung für meine Arbeit, die ich fast drei Jahrzehnte lang machte.»

In dieser Zeit war Christof Keller im Schwimmclub Kreuzlingen kaum wegzudenken. Zuerst war er Schwimmer, ehe er mit 18 Jahren zu den Wasserballern wechselte, als es darum ging, wieder ein Team zu gründen. Da sich einer um die Organisation kümmern musste, wurde er mit 20 Jahren «Chef Wasserball». Das war seine erste Aufgabe im Vorstand. Es sollte nicht die letzte bleiben.

Vom Vize zum Präsidenten

Als Spieler war er bis 33 mit dabei und kam auch in der Nationalmannschaft zum Einsatz. Im Vorstand übernahm er 1991 das Amt «PR und Presse», ehe er ein Jahr später Vizepräsident wurde. 1996 wurde er zum Präsidenten des Schwimmclubs gewählt. Während dieser Zeit hat sich der Verein für den Leistungssport im Wasserball entschieden. Die Schwimmer wurden ebenfalls gefördert und konnten Erfolge feiern. 2005 trat Keller zurück.

Teamchef für Peking

Keller arbeitete auch im Schweizerischen Schwimmverband lange mit und hatte verschiedene Ämter inne. 2008 war er zum Beispiel Teamchef für die Olympischen Sommerspiele in Peking. Er hat sich dabei mit der Kultur, dem Klima und der Luftverschmutzung beschäftigt und alles für die Athleten vorbereitet.

2010 kehrte er als geschäftsführender Vizepräsident in den Vorstand des Schwimmclubs Kreuzlingen zurück. Doch Anfang 2014 war definitiv Schluss. «Ich bin heute wirklich nur noch Ehrenpräsident», sagt er. «Ich helfe zwar bei Fragen oder Problemen weiter, bin aber in keiner Kommission mehr oder so.» Er besuche auch nicht mehr jeden Wasserballmatch. Es brauche eine gewisse Distanz, der Club solle sich von ihm lösen, sagt er. Auf die Sportlergala freut er sich. «Ich habe extra einen Termin verschoben, dass ich hingehen kann.»

Er hat es verdient

«Er hat so viel für den Schwimmclub gemacht, dass er die Auszeichnung verdient hat», sagt Ursi Keller, OK-Mitglied der Sportlergala. Der Sportförderer müsse eine langjährige und ehrenamtliche Tätigkeit vorweisen. «Er muss nicht mehr zwingend im Amt sein. Wir können ihn ja auch im Nachhinein ehren.»

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