Er war immer ein Einzelkämpfer

Den Schritt ins Abenteuer, sich als Künstler den Lebensunterhalt zu verdienen, hat Kurt Lauer nie bereut. Als Musiker und Maler hat er grosse Akzeptanz gefunden. Er nimmt seinen 70. Geburtstag zum Anlass, Bilanz zu ziehen.

Kurt Peter
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Der Kreuzlinger Maler Kurt Lauer bei der Arbeit in seinem Atelier. (Bild: Reto Martin)

Der Kreuzlinger Maler Kurt Lauer bei der Arbeit in seinem Atelier. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. «Es ist nicht selbstverständlich, dass man 70 Jahre lang das tun kann, was einem Spass macht und dabei auch erfolgreich ist.» Kurt Lauer erzählt in seinem Atelier an der Schützenstrasse locker aus seinem Leben, trinkt dazu den Schlosssekt, dessen Etikette er entworfen hat und plaudert über Musik, Malerei, seine Kindheit, seine Erfahrungen, seine Einstellungen und über seine Laufbahn.

«Als Kind einer Beamtenfamilie bin ich in Radolfzell aufgewachsen», blickt er zurück. Und wer Beamte kenne, der wisse, dass für sie «ein unsicheres Leben als Künstler gar nicht in Frage kommt». Also lernte er den Beruf des Vermessungstechnikers und kam nach Kreuzlingen.

Erstes Atelier in der Seeburg

Malerei aber war es, was ihn reizte, und so bezog er 1968 sein erstes Atelier in der damals leer- stehenden Seeburg. Die sichere Arbeitsstelle hängte er 1974 an den Nagel und wagte den Schritt in die Selbständigkeit. «Es war ein Abenteuer, abgesichert durch ein finanzielles Polster», erklärt er. «Meine Frau und ich haben abgemacht, dass ich das drei Jahre versuche und, wenn es nicht funktioniert, ich mir wieder eine Arbeitsstelle suche.»

Aber es hat funktioniert. Lauer gibt gerne zu, ein Einzelkämpfer zu sein. «So habe ich mich selbst gemanagt, habe meine Bilder an die Kunstfreunde gebracht.» Wie viele Bilder er im Laufe der Zeit gemalt hat, weiss er nicht genau, schätzt die Zahl auf 50 bis 80 jährlich. «Als Maler, auch als Musiker, will ich immer Neues suchen und finden, die Betrachter und die Zuhörer müssen so ihre Gehirngänge in Bewegung setzen.»

Der Reiz, Bilder zu lesen

«Der Kunstfreund wird gebeten, sich spontan den Bildern zu nähern», umschreibt Lauer seine Bilder. Er könne Unverständnis bei den Betrachtern verstehen, «aber manche Werke lassen sich nicht auf den ersten Blick erklären, sie brauchen mehrere Anläufe», erklärt der Künstler. «Das gibt den Reiz, die Bilder zu lesen.» Damit erklärt er seinen Stil. «Über Experimentieren habe ich mir über Jahre meine eigene Lauer-Welt kreiert», sagt er.

Der 70. Geburtstag in diesem Jahr nimmt der Künstler zum Anlass, Bilanz zu ziehen. Und diese fällt positiv aus. Lauer weiss, dass das ohne Unterstützung von verschiedenen Seiten nicht möglich wäre. Deshalb will er sich bei seinen zahlreichen Freunden und Kunstliebhabern bedanken. Er tut dies mit einer Jubiläumsausstellung. «Ich werde spontan entscheiden, welche und wie viele Bilder ich zeige, zwischen 50 bis 80 werden es wohl sein. Bilder aus allen Schaffensepochen, vor allem aber aus den vergangenen sechs bis sieben Jahren.» Denn das Publikum verdiene es, auch neuere Werke zu sehen, meint er abschliessend.