Er verbindet Schiff und Handwerk

Dominik Schenk hat sich vor zehn Jahren als Bootsbauer selbständig gemacht. Der Ermatinger Unternehmer hat schon bei der Entwicklung der Alinghi mitgewirkt. Er stellt aber auch einfache Fischerboote her.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Bootsbauer Dominik Schenk (vorne), Lukas Schenk und die Lehrlinge Lorenz Irsslinger und Jorn Erni. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Bootsbauer Dominik Schenk (vorne), Lukas Schenk und die Lehrlinge Lorenz Irsslinger und Jorn Erni. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

ERMATINGEN. Mit den Schiffen ist es so eine Sache. Eigner und Bootsbauer müssen emotional und funktional zusammenfinden. Dominik Schenk hat sich auf die Regattasegler spezialisiert und er punktet mit viel Erfahrung. Ungeheuerliche Geschichten und unglaubliche Erlebnisse hat er zu erzählen. Immer mit einem abenteuerlichen Strahlen im Gesicht. Er hat unter anderem beim Bau der beiden Alinghi America's Cupper mitgewirkt.

Leben von Unterhalt und Service

Von Kindesbeinen an ist Schenk gesegelt und hat Schiffli gebaut. Es ist die Art, wie er sich einfühlt in die Boote, wie die Ansprüche der Eigner die Arbeiten beflügeln, die jedes Schiff so einzigartig macht. Authentizität hat jedes Boot – unabhängig davon, ob es sich um eine Regatta-Renngeiss oder ein Fischerboot handelt.

In den zehn Jahren der Selbständigkeit durften Dominik Schenk und seine Crew vier neue Boote komplett bauen. Der Unterhalt von Booten und Restaurierungen an älteren Holzbooten gehören aber genauso zum Programm wie Dienstleistungen mit Winterlager. «Referenzarbeiten können nach Absprache gerne besichtigt werden», sagt Schenk mit Stolz in der Stimme, auch ein historisches Boesch-Motorboot, eine Luxusklasse, gehört zu den Vorzeigeobjekten. Ebenso der restaurierte alte «Sechser», 6Mr, eine legendäre klassische Yacht. Doch für den Bootsbauer sind Eigenbauten immer noch jene Aufträge, die besondere Emotionen und speziellen Eifer wecken. «Es kann auch ein ganz kleines Schiffli sein, das macht auch Freude.» Er zeigt auf die geräumige Halle, gemietet von der Müller Haustechnik AG. «Die Halle hier ist ideal. Der Vermieter ist ein cooler Typ», betont er. Jungunternehmer Schenk machte von 1992 bis 1996 die Bootsbauerlehre bei Peter Wagner in Eschenz. Danach sammelte er in diversen schweizerischen Bootswerften Erfahrungen und absolvierte eine Zusatzausbildung in einer Bootsbauerschule in Seattle. Er stand beim America's Cup für Unterhaltsarbeiten im neuseeländischen Auckland im Einsatz und arbeitete beim Neubau von zwei High-Tech-Yachten für Alinghi mit. Das alles hört sich nach Abenteuerstory an, bedeutet aber in der Realität knallharten Einsatz.

Zwei Lehrlinge an Bord

In einer Zeit, wo es vorgestrig gilt, auf handwerklich gute Werte zu setzen, singt Dominik Schenk das hohe Lied vom guten Bootsbauerhandwerk ebenso wie auf den technologischen Fortschritt. Die Ausbildung von Lehrlingen ist ihm und seinem Bruder Lukas äusserst wichtig. «Finanziell über Wasser gehalten haben wir uns in den letzten zehn Jahren mit dem Service für Regattaschiffe. Wir machen alles, was Arbeit gibt», so Dominik Schenk. Er schwärmt von den Regatten, vom Messen eines Saling-Winkels bis zur Länge der Mittelwanten bis zum Schiffeein- und -auswassern.

Schenk offenbart, dass sich der Bootsbau mit allen Serviceleistungen nicht einfach in ein Klischee einordnen lässt, sondern einen spannenden Mix aus vielen Welten bildet und Leidenschaft voraussetzt. «Ja, das ist kein kein Märchen», bestätigen die Lehrlinge Lorenz Irsslinger aus Fruthwilen und Jorn Erni aus Wigoltingen und strahlen.