Er legt die Motorsäge zur Seite

Trockener Humor und ein breiter Rücken: Seit 37 Jahren ist Ruedi Schum Förster im Güttinger Wald. In zwei Wochen geht er in Pension.

Hana Mauder Wick
Merken
Drucken
Teilen
Ruedi Schum zeigt einige Motorsägen aus seiner Sammlung. (Bild: Hana Mauder Wick)

Ruedi Schum zeigt einige Motorsägen aus seiner Sammlung. (Bild: Hana Mauder Wick)

GÜTTINGEN. Nur noch zwei Wochen, dann tritt Ruedi Schum offiziell in den Ruhestand. Die Waldkorporation Güttingen, Behördenmitglieder und Wegbegleiter feierten sein Wirken mit einem Fest bei der Jakobshütte. Ein Waldrundgang bot dem Förster Gelegenheit, noch einmal Eckpunkte der Waldbewirtschaftung zu beleuchten. So zählt der Eichenweg zu den Sehenswürdigkeiten der Region, und das hiesige Waldgebiet zählt zu den schönsten der Schweiz. Ein Lebenswerk, in das Schum viel Herzblut und viele Arbeitsstunden gesteckt hat. «Die Eichenförderung war mir ein wichtiges Anliegen», sagte er.

Von Mensch und Wald

Der Güttinger Waldkorporations-Präsident Willi Vogt erinnerte an die Anfänge des damals 27jährigen Försters und zitierte Passagen aus dem Anstellungsvertrag. Darin stand beispielsweise, dass Schum sich «nicht ohne Erlaubnis länger als drei Tage von seinem Wald entfernen dürfe». Lobende Worte für den unbürokratischen Einsatz und für die biologische Vielfalt des Waldes überbrachte der Güttinger Gemeindepräsident Urs Rutishauser. Priska Rechsteiner, Gemeindepräsidentin von Sommeri, sprach ihm ihren Dank für sein Engagement für Mensch und Wald aus. Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher hob Schums Initiative hervor. Von Mensch und Natur, der Aufwertung des Uferweges, der Öffnung der Jakobshütte für die Bevölkerung, der Sorge um die Fledermäuse oder der Weitsicht in Forstfragen aller Art – Schums Portfolio ist umfassend. 1978 standen rund 260 Hektaren Wald unter seiner Aufsicht. Heute umfasst das Revier 631 Hektaren.

Der Natur treu bleiben

Auch in Zukunft will Schum der Natur verbunden bleiben. «Ich freue mich aufs Velofahren», sagte er und schmunzelte. In seine Fussstapfen tritt ab 1. Oktober Urs Fuchs.