Er ist der grösste Fan der Schweiz

WEINFELDEN. Im «Thurgauerhof» in Weinfelden analysierte «Weltwoche»-Chef Roger Köppel gestern abend die Situation nach der Abstimmung vom 9. Februar. Die etwa 300 Zuhörerinnen und Zuhörer riefen Bravo und applaudierten stehend.

Esther Simon
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«Ich liebe den Thurgau»: «Weltwoche»-Chef Roger Köppel gestern abend im «Thurgauerhof» in Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

«Ich liebe den Thurgau»: «Weltwoche»-Chef Roger Köppel gestern abend im «Thurgauerhof» in Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Im grossen Saal des «Thurgauerhofs» sind die Leute aus dem Häuschen. «Dass die Leute stehend applaudieren, das hatten wir noch nie», sagt «Weltwoche»-Marketingleiter Guido Bertuzzi. Zuvor hatte Bertuzzis Chef – der Verleger und Chefredaktor Roger Köppel – nicht ganz so ausdauernd wie ehemals Fidel Castro, aber doch immerhin anderthalb Stunden lang eine flammende Rede gehalten.

Schwer irritiert

Seine Tournée durch grössere Ortschaften der Schweiz absolviere er nicht, weil er den Drang habe, auf der Bühne zu stehen, sagte Köppel, «sondern weil mich die Reaktionen der offiziellen Schweiz nach der Abstimmung vom 9. Februar schwer irritieren». Der 9. Februar sei kein Tag der Finsternis gewesen, sondern ein «Befreiungsschlag, eine Sternstunde der direkten Demokratie und ein Tag der Selbstbestimmung».

Das Volk ist der Chef

«Vorher hatte man ja das Gefühl, nicht mehr Herr im eigenen Haus zu sein», sagt Köppel. Die Leute applaudieren. «Das Abstimmungsergebnis war ein subtiler Wink mit dem Matterhorn, dass wir nicht Teil der EU sind.» Köppel riet «Hände weg vom Binnenmarkt» und sprach sich für klassische Freihandelsbeziehungen in möglichst offenen Märkten aus. «Die Situation in der Ukraine zeigt, dass wir gottenfroh sein können, dass wir nicht der EU angehören. Herr Putin wäre zwar auch nicht der Bundesrat, den ich mir wünschte, aber ich wünsche den Russen auch nicht unser Siebner-Gremium.» Er habe keine Ambitionen, sich in (politische) Schützengräben zu begeben, sagte Köppel in der kurzen Diskussion. «Die Erlösung kommt nicht von oben. Das Volk ist der Chef.»