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Er arbeitete mit Lust und Neugierde

Zum Gedenken
Adrian Bleisch
Max Ammann (Bild: PD)

Max Ammann (Bild: PD)

Oft besuchte Max Ammann Ausstellungen. Still, ruhig und bedacht ging er von einem Werk zum andern. Beobachtete, verglich, suchte die Qualitäten und äusserte sich lebhaft und respektvoll. Im Hintergrund schwang sein eigenes Wirken mit.

Max Ammann arbeitete mit Lust und Neugierde. Er forderte den Zufall heraus. Er förderte Zufälliges zu Tage, suchte das Erlebnis im eigenen Tun und Wirken. Seine Offenheit zeigte sich auch in den verschiedenen Techniken. Gegenständliche und abstrakte Malerei, Collage und Fotografie, Beschäftigung mit Tapisserien gehörten zu seinem Repertoire. Die vielen Fotografien, auf Wanderungen und Reisen entstanden, übermalte Max Ammann, fotografierte diese neu entstanden Werke wiederum und verlieh ihnen nun einen ganz persönlichen Ausdruck.

Beim Einrichten der grossen Retrospektive 2015 in Arbon äusserte sich Max Ammann mitunter selbstkritisch, reflektierend und mit einem feinen Humor über sein Werk. Der Ausstellungstitel hiess «Aus dem Vollen». Gemalte Landschaften aus dem Alpstein, Stadtansichten, abstrakte Malerei, mit Pinsel oder Rakel gestaltet, fliessend oder gespritzt, verfremdete Fotografien oder mit Abklatsch ergänzt waren in einer vielbeachteten Ausstellung vertreten. Eine versammelte Fülle von Möglichkeiten und Augenblicke aus einem reichhaltigen und lebhaften Schaffen im Atelier.

Diesen intensiven Schaffensdrang, diese Freude am Entstandenen, diese reiche Kreativität hat man dem ruhig auftretenden und bescheidenen Künstler nicht angesehen.

Max Ammann wuchs als Bürger von Ermatingen in Müllheim auf und besuchte die Kantonsschule Frauenfeld. Nach der Ausbildung zum Sekundarlehrer an der Universität Zürich unterrichtete er ab 1956 Französisch, Deutsch und Latein an der Sekundarschule Romanshorn. 1962 genoss er einen einjährigen Studienaufenthalt in Paris. 1976 folgte die Berufung als Hauptlehrer für Bildnerisches Gestalten an die Kantonsschule Romanshorn, wo er bis zu seiner Pensionierung 1998 tätig war. Es folgten Ausstellungen, unter anderem im Kunstraum Kreuzlingen oder im Kunstverein Frauenfeld. Durch seine Mitgliedschaft bei visarte und bei Kunst Thurgau beteiligte er sich an zahlreichen Gruppenausstellungen, ebenso als ältester Kunstschaffender an der Werkschau Thurgau 2013. Werke von Max Ammann gingen in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft, des Kantons Thurgau oder der Thurgauer Kantonalbank über.

Am 25. August 2017 nahm eine grosse Traugemeinde Abschied von einem Mann, dem wir nun nicht mehr still betrachtend an Ausstellungen begegnen werden, dessen reichhaltiges Schaffen uns aber erhalten bleibt und sicherlich weiterhin staunen lässt.

Adrian Bleisch

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