Entsorgung wird revolutioniert

GÜTTINGEN. Heinz Brühlmanns Pilotprojekt Öko-Hüsli ist in den Startlöchern: In Güttingen steht nun ein erster Prototyp der kompakten und mobilen Abfallsammelstelle, die eine nah gelegene umweltbewusste Entsorgung ermöglicht.

Leandra Reiser
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Die Mitwirkenden Bruno Eugster, Thomas Krattiger, Peter Schweizer, Heinz Brühlmann, Brigitte Baller und Gilbert A. Walz präsentieren das Hüsli. (Bild: Reto Martin)

Die Mitwirkenden Bruno Eugster, Thomas Krattiger, Peter Schweizer, Heinz Brühlmann, Brigitte Baller und Gilbert A. Walz präsentieren das Hüsli. (Bild: Reto Martin)

Eine zukunftsorientierte, kompakte Anlage zur ökologischen Entsorgung – so stellte sich Heinz Brühlmann das vor. Nun steht der erste Prototyp dieses realisierten Gedankens neben der Rotewis in Güttingen: das Öko-Hüsli. Heinz Brühlmann führte früher ein Transportunternehmen in Amriswil, das auf Abfall spezialisiert war. Der Erfinder, der sich schon sein Leben lang mit dem Thema Abfall beschäftigt hatte, entwickelte nun diverse Systeme zur ökologischen Nutzung von Abfällen. Neben dem Konzept einer modularen Entsorgungsanlage namens Öko-Hüsli erfand er auch Öko-Container und Öko-Höfe nach demselben Prinzip.

Verschiedenste Materialien

Voller Stolz präsentiert Heinz Brühlmann sein Werk. Zwei bis sechs Meter lang und zwei Meter breit ist das überdachte und mobile Konstrukt, welches an den jeweiligen Standort angepasst werden kann. Von PET-Flaschen über Batterien und Elektroschrott bis zu Korkzapfen und Kaffeekapseln lassen sich bis zu 20 Materialien in der überschaubaren Kleinanlage entsorgen.

Lehrling baute mit Brühlmann

Die Idee zum Entsorgungshäuschen kam Brühlmann aufgrund der Überlastung grosser öffentlicher Entsorgungsanlagen. Das Öko-Hüsli stellt eine näher gelegene Möglichkeit dar, Abfälle umweltgerecht zu entsorgen. «Die Leute müssen auf diese Weise nicht mehr lange Strecken auf sich nehmen, um verschiedenste Materialien zu entsorgen.» Die Kleinanlage habe auch zum Ziel, Konflikte zwischen Einzelpersonen und grossen Lastwagen an der Entsorgungsstelle zu vermeiden. Das Unfallrisiko werde dadurch ebenfalls gesenkt. Zudem ist das Öko-Hüsli so konzipiert, dass man Abfallmaterialien nicht entwenden kann. Die Realisierung des Öko-Hüsli kam durch die Zusammenarbeit mit der Amriswiler Schreinerei Krattiger Holzbau zustande. Nachdem Brühlmann den Grundplan für das Entsorgungshäuschen erstellt hatte, konstruierte er das Hüsli zusammen mit einem Drittjahrlehrling der Schreinerei.

Positive Rückmeldungen

Die Reaktionen auf das Öko-Hüsli, das seit einer Woche in Güttingen steht, seien bis jetzt äusserst positiv, meint Brühlmann: «Die Leute sind begeistert. Das Entsorgungshäuschen ist halt kompakt und nah gelegen.» Die Gemeinde Güttingen betont jedoch, dass die Entsorgungsanlage nur tagsüber von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends zugänglich ist. «Diese Regelung braucht es wegen dem Lärm», erklärt Werkhofleiter Bruno Eugster. «Ein Anwohner hat bereits reklamiert, dass jemand frühmorgens etwas entsorgt habe.» Zudem stehe das Abfallhäuschen laut der Gemeinde nur Güttingern zur Verfügung.

Sogar internationale Pläne

Das Projekt wird nun noch einige Monate auf Probe laufen. «Das Öko-Hüsli ist erst der Prototyp und stellt die Grundlage für die grösseren Anlagen dar», sagt Gilbert Walz, der die verschiedenen Produkte Brühlmanns Firma Swiss Abfall Logistik AG vermarktet. «Wir sind sehr flexibel mit unseren Entsorgungsanlagen und können diese an die jeweilige Gemeinde anpassen.»

Ziel sei es, dass sich die Gemeinden je nach Bedürfnissen eine Abfallsammelstelle anschaffen. Geplant ist sogar die internationale Vermarktung. Heinz Brühlmann hofft, dass sich sein Projekt vorerst in der Schweiz etablieren wird. Somit würde die umweltbewusste Entsorgung gefördert und in Zukunft würden weniger Materialien einfach im Müll landen.

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