Entlassungen bei Eugster Frismag

AMRISWIL. Der Kaffeemaschinen-Hersteller kündigt 19 Angestellten in Romanshorn. Dazu wurden über alle Standorte verteilt 100 temporäre Mitarbeiter entlassen. Sie seien nur für zwei Monate angestellt worden, sagt der Firmensprecher.

Ida Sandl
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Wolken über der Firma Eugster Frismag in Amriswil. (Bild: Reto Martin)

Wolken über der Firma Eugster Frismag in Amriswil. (Bild: Reto Martin)

Von saisonalen Schwankungen bei den Aufträgen redet Paul Meiler, Pressesprecher der Eugster Frismag AG. Das Weihnachtsgeschäft, ein wichtiger Faktor, sei dieses Jahr knapper ausgefallen. Neue Bestellungen erfolgten erst Anfang 2015. Die Eugster Frismag AG stellt Haushalt-Elektrogeräte und vor allem Kaffeemaschinen für bekannte Marken her. Einbussen bei den Aufträgen seien der Grund, dass die Firma in den vergangenen drei Wochen 19 Mitarbeitern am Standort Romanshorn habe kündigen müssen. «Wir hätten sie gerne weiterbeschäftigt», sagt Meiler.

Nur befristete Arbeitsverträge

Über alle Standorte verteilt seien 100 Mitarbeiter entlassen worden, davon etwa 20 in Amriswil. Dabei handle es sich um Angestellte, die von Temporär-Firmen vermittelt worden waren. «Sie waren von Anfang an nur für zwei Monate eingestellt», erklärt Meiler. Eugster Frismag beschäftigt in der ganzen Schweiz etwa 1000 Mitarbeiter. Neben Amriswil und Romanshorn wird im st. gallischen Neuhaus produziert. Das Unternehmen hat auch eine eigene Produktionsstätte in Portugal.

Martin Salvisberg Stadtammann Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Martin Salvisberg Stadtammann Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Meiler hofft, dass die Aufträge ab Februar anziehen. Auch die Temporärangestellten aus Amriswil gehen wohl davon aus, dass sie ab Februar wieder beim Kaffeemaschinen-Hersteller arbeiten können. Ein Teil von ihnen habe sich bei den Sozialen Diensten der Stadt gemeldet und gefragt, welche Möglichkeiten für eine finanzielle Überbrückungshilfe es gebe, sagt Martin Salvisberg, der Stadtammann von Amriswil.

Es hängt von Bestellungen ab

Saisonale Schwankungen könne es in so einem Geschäftsumfeld geben. Salvisberg sieht die Situation bisher nicht tragisch. «Unsere Ampeln stehen noch nicht auf Rot.» Er sei grundsätzlich ein optimistischer Mensch. Der Romanshorner Stadtammann David H. Bon war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie viele von den Temporärmitarbeitern im Februar wieder eingestellt werden, kann Firmensprecher Meiler jetzt noch nicht sagen. «Das hängt ganz von den Bestellungen ab, dass lässt sich im Moment schwer abschätzen.»

Die Hände gebunden

Dass ein Unternehmen für zwei Monate 100 temporäre Arbeitskräfte einstellt und dann wieder entlässt, ist Erich Kramer ein Dorn im Auge. «Uns sind in diesem Fall die Hände gebunden», sagt der Sektionssekretär der Gewerkschaft Unia Thurgau. Es gebe immer mehr Firmen, die ihre saisonalen Spitzen mit temporären Mitarbeitern brechen. «Das sind amerikanische Verhältnisse, das kommt auch bei uns immer mehr.»

Erich Kramer Sektionssekretär Thurgau Gewerkschaft Unia. (Bild: Donato Caspari)

Erich Kramer Sektionssekretär Thurgau Gewerkschaft Unia. (Bild: Donato Caspari)

19 Kündigungen seien noch keine Massenentlassung. «Es müssten mindestens 30 sein oder zehn Prozent der Belegschaft», sagt Kramer. Erst dann könne die Gewerkschaft einschreiten. Die Unia hat die Firma Frismag Eugster in der Vergangenheit bereits kritisiert, weil sie Löhne unter dem Existenzminimum zahle. Die Gewerkschaft will aufmerksam beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt.