«Endlich sind die Plakate weg»

Romanshorner Jungbürger haben sich durchaus mit den Parlamentswahlen beschäftigt, wie eine Umfrage zeigt. Wichtiger ist ihnen allerdings die Gemeindepolitik – etwa der Bau eines Hallenbads.

Rudolf Käser
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Luca Senn

Luca Senn

ROMANSHORN. Die vergangenen Monate des Wahlkampfes sind gemäss einer Umfrage auch an den Romanshorner Jungbürgern nicht spurlos vorübergegangen. Die vielen Wahlplakate weckten nicht nur Freude und viele waren froh, als der Wahlkampf endlich vorbei war.

Kosovaren-Plakat diskutiert

Kantonsschüler Luca Senn berichtet, dass in der Kanti innerhalb der Lektionen im Vorfeld viel über die Wahlen geredet wurde. «Aber extrem aufgefallen sind mir die vielen Wahlplakate. Ich war froh, als die Wahlen vorbei und die Plakate verschwunden waren.» Geredet worden sei in der Schule insbesondere über die SVP-Plakate. «Rege diskutiert haben wir das Kosovaren-Plakat.»

Mit den Wahlergebnissen sei er zufrieden. «Froh bin ich darüber, dass die politische Mitte breiter geworden ist.» Für die Bundesratswahlen rechnet er damit, dass die Konkordanz wackelt. «Natürlich bin ich gespannt, was am 14. Dezember herauskommt und danach für Reaktionen entstehen werden.»

Leere Versprechungen

Der Polymechaniker Raymond Kingsley Kishanth sagt, ihn habe bei den Nationalrats- und Ständeratswahlen interessiert, wer den Kanton Thurgau in Bern vertrete. «Ich habe bei vielen Kandidaten etwas hineingeschaut.» Er glaubt, dass es ein Wahlkampf wie jeder andere war, ohne grosse Emotionen. In der Berufsschule hätten sie auch über die Bundesratswahl diskutiert. Doch da bestehe bei ihm eine Ungewissheit, weil er die wenigsten Leute des Parlaments kenne. Zudem habe er eine gewisse Skepsis gegenüber Politikern. «Sie versprechen etwas und tun es dann doch nicht.»

Coiffeuse Sabrina Keller sagt, dass sie die Bundespolitik nicht so interessiere. Über die Flugblätter im Briefkasten habe sie sich nicht gerade gefreut. «Mir wäre lieber gewesen, wenn der Wahlkampf kurz und bündig verlaufen wäre.»

Ziemlich wichtig sei ihr hingegen die Gemeindepolitik. «Leider versprechen die Politiker viel und halten recht wenig. Aber ich würde mir trotzdem ein Hallenbad und ein Shoppingcenter wünschen.» Diese wären ihr wichtiger als Wohnblöcke auf dem Hafenareal. «Zudem sollte es in Romanshorn mehr Ausgangsmöglichkeiten für Junge geben.»

Zu viele Listen und Parteien

Melanie Wüst, Detailhandelsfachfrau bei der Post, hatte Mühe mit der Vielzahl an Listen und Parteien. «Hätte ich diese besser einordnen können, wäre mein Interesse an der Wahl grösser gewesen.» Die Werbung war ihr ebenfalls zu viel. «Überall stiess man darauf, sogar aus dem fahrenden Zug waren Wahlplakate zu sehen.» Wichtig sei ihr, was in der Gemeinde passiert. «Da würde ich den Bau eines Hallenbades bei der Eishalle begrüssen, zumal man dort mit der Energie für die Kühlung ein Hallenbad heizen könnte», sagt Melanie Wüst.

Raymond Kingsley Kishanth

Raymond Kingsley Kishanth

Sabrina Keller

Sabrina Keller

Melanie Wüst (Bilder: Rudolf Käser)

Melanie Wüst (Bilder: Rudolf Käser)