Ellighauser Suurchruutfescht soll zur Tradition werden

Beim Kemmentaler Suurchruutfescht auf dem Hof von Familie Ruedi Schnyder in Ellighausen wurde am Samstag gehobelt, gestampft und gewürzt.

Maya B. Riesen
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Der Hobel war begehrtes Objekt. (Bild: edc)

Der Hobel war begehrtes Objekt. (Bild: edc)

Ellighausen. Felix Walter aus Sulgen hat an diesem kalten und regnerischen Samstag seinem Kraut bereits den Strunk abgeschnitten, nun hobelt und stampft er fünf Kilo in das mitgebrachte Glas. Er hat das noch nie gemacht und hat sichtlich Spass daran.

Zu 1.50 Franken kann im Schopf von Ruedi Schnyder ein Kilo Weisskabis erstanden werden, alle anderen Zutaten sind gratis. Mitbringen musste man lediglich eigene Töpfe oder Gläser. Unter Anleitung von vielen Helfern wagen sich ganze Familien an die Hobel. Selina aus Sulgen hat vorsorglich Handschuhe angezogen, damit kein Blätz vom Finger abgeht, wie es Michael Mann aus Ellighausen ergangen ist. So nehme er halt nun 11 Kilo Rotkraut nach Hause, meint er und lacht.

Erika aus Kreuzlingen ist mit ihren Töchtern Evita und Melissa das zweite Mal dabei. Die drei stampfen im Takt der Unterhaltungsmusik Thurtal Express. Es sind viele Rüebli in den Gefässen. «Das nimmt dem Kraut die Säure weg», weiss Erika. Genug Kümmel für die Verdauung, etwas Lorbeer und Wacholder gehöre in jedes Sauerkraut, fügt Hans Nagel aus Romanshorn bei. «Zudem ist es sehr kalorienarm und eignet sich auch als Diätkost und Heilmittel.»

Aber so, wie die Teilnehmer das gestampfte Kraut mitnehmen, sei es noch nicht genussbereit. Erst unter Luftabschluss wandle sich das Kraut zum geniessbaren Sauerkraut. Der ehemalige Beizer hilft gerne den Neulingen mit Anregungen, es gebe auch Champagner-Sauerkraut, das in Nobelrestaurants angeboten werde, weiss der Routinier. 50 Anmeldungen konnten die Veranstalter, das Komitee der Freilichtvereinigung, bereits im Vorfeld entgegennehmen. Weit mehr Besucher sind im Verlauf des Tages dazugekommen, sei es auch nur um aus Hases Feldchuchi ein feines Sauerkraut mit Speck oder Würsten zu geniessen. Nächstes Jahr löst sich das Komitee der Freilichtspielvereinigung auf.

Die Veranstalter hoffen, dass sich ein neues OK bilde und das Suurchruutfescht zur Tradition werde, damit auch in Zukunft in Ellighausen gehobelt, gestampft und gewürzt werden kann.

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