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Elisabetha Hess, die zweite

Esther Simon

Weinfelden Kaum begonnen, so zerronnen. Die Primarschulgemeinde musste ihr Schulhaus im Westen des Dorfes wieder abbrechen.

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

2016 ist das vielleicht schwärzeste Jahr in der langen Geschichte der Primarschulgemeinde Weinfelden. Etwas mehr als ein halbes Jahr nach Baubeginn verordnet die Totalunternehmerin Implenia am 9. März einen totalen Baustop auf der grössten Baustelle im Dorf. Der Grund: Implenia hatte bereits im Februar Risse an einzelnen Bauteilen festgestellt.

Auf der Baustelle wird zwar noch gearbeitet, aber es entsteht nichts Neues mehr. «Kontrolliertes Herunterfahren» nennen das die Fachleute. Implenia kann zu dem Zeitpunkt nur Vermutungen äussern, weshalb die Risse entstanden sind. Möglicherweise hätten Kräfte gewirkt, die einen Zusammenhang mit der Aufschüttung haben könnten, hiess es. Ein Gutachter soll die Ursache seriös ermitteln. Primarschulpräsident Thomas Wieland geht von einem Unterbruch von ein paar Wochen aus. Er sollte sich täuschen. Anfang April gibt Implenia bekannt, dass es auf der Baustelle frühestens Ende April weitergehe. Die Implenia hat in der Zwischenzeit das Büro Gysi Leoni Mader AG in Zürich mit dem Gutachten betraut – dies im Einvernehmen mit der «Baukommission Neubau Primarschul­zentrum», die der Weinfelder Architekt Walter Hui präsidiert. Dieweil melden sich besorgte Einwohnerinnen und Einwohner bei der Primarschulbehörde, weil ihnen Wasseransammlungen auf der Baustelle aufgefallen sind. Am 4. Mai muss die Primarschulbehörde bekanntgeben, dass es auf der Baustelle des Elisabetha-Hess-Schulhauses frühestens Mitte Juni weitergehe. Der Grund für die abermalige Verzögerung: Der Gutachter brauche mehr Zeit, um die Ursache für die entstandenen Schäden am Schulhaus zu eruieren und mögliche Lösungen zu präsentieren.

Die Hiobsbotschaft kommt Mitte Juni

Am 14. Juni dann die Hiobsbotschaft: Die Weinfelder müssen ihr Schulhaus abreissen. Ausschlaggebend für diesen harten Entscheid ist das Gutachten des Geologen und Statikers Pirmin Mader aus Zürich. Der Gutachter stellt fest, dass es wegen der Aufschüttung auf dem Pausenplatz und den über 260 in den Boden gerammten Pfählen zu einer so- genannten Bodenverflüssigung gekommen ist. Die Totalunternehmerin Implenia gibt bekannt, dass sie die Verantwortung übernimmt und das Problem lösen will. Zwei Tage nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft führen die Implenia und die Primarschulbehörde im «Trauben» eine Informationsveranstaltung durch, an der 130 Interessierte teilnehmen. Besonders einige Anwohner stellen kritische Fragen. Der Abbruch des Schulhauses beschäftigt die Gemüter dann auch an der Versammlung der Primarschulgemeinde vom 22. Juni.

Im Herbst beginnt die Implenia mit dem Abbruch des Schulhauses und stabilisiert den anspruchsvollen Baugrund. Eingeweiht werden kann das Schulhaus voraussichtlich im Sommer 2018 – mit einem Jahr Verzögerung.

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