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Elena hebt sportlich ab

Eben erst 15jährig geworden, kommt die Amriswiler Volleyballschülerin Elena Steinemann bereits regelmässig zu Nationalliga-A- und Europacup-Einsätzen mit Kanti Schaffhausen. Ihre Stärke ist die schier grenzenlose Motivation.
Roger Häni
Bodenständige Senkrechtstarterin: Elena Steinemann im Dress von Kanti Schaffhausen. (Bild: Erika Bühlmann)

Bodenständige Senkrechtstarterin: Elena Steinemann im Dress von Kanti Schaffhausen. (Bild: Erika Bühlmann)

«Sie ist ausserordentlich ehrgeizig, zielstrebig und fokussiert, gleichzeitig aber auch sozialkompetent und überhaupt nicht überheblich», so charakterisiert Markus Lutziger, Trainer der Swiss Volley Talent School in Amriswil, seine Schülerin Elena Steinemann. Die 15-Jährige leistet Erstaunliches. Sie besucht nicht nur die dritte Sekundarschule beziehungsweise Volleyballschule in Amriswil, sie trainiert auch viermal wöchentlich beim Nationalliga-A-Club Kanti Schaffhausen, bestreitet Spiele in mehreren

Mannschaften und ist zu guter Letzt auch noch an einem Ort zu Hause – in Frauenfeld nämlich. Wie sie das schaffe? «Ich bin sehr motiviert», sagt Elena Steinemann. Zur Erholung reichten ihr die Zugfahrten zwischen den einzelnen Orten. Unterwegs erledigt sie auch ihre Hausaufgaben. Und wenn sie abends erschöpft ins Bett sinkt, ist das für Elena ein Zeichen dafür, dass sie sich tagsüber Mühe gegeben hat.

Von der 3. Liga in die Nati A

Mühe gibt sich das Aushängeschild der Talent School immer – zumindest was den Volleyballsport betrifft. «Viele können das nicht glauben, aber ich ging noch nie unmotiviert ins Training.» Daneben ist sie auch eine gute Schülerin und darf deshalb in etlichen Unterrichtsstunden fehlen. Weil sie die Aufnahmeprüfung für die Pädagogische Maturitätsschule (PMS) in Kreuzlingen schon vor einem knappen Jahr bestanden hat, ist sie derzeit frei von schulischem Druck.

Markus Lutziger glaubt, dass diese Tatsache stark zum erstaunlichen Fortschritt beigetragen hat, den das Volleyball-Talent vor allem in den vergangenen Monaten gemacht hat.

Letzte Saison noch Ersatzspielerin in der 3. Liga in Frauenfeld, wird Elena Steinemann mittlerweile regelmässig im Nationalliga-A-Team von Kanti Schaffhausen eingesetzt.

«Als ich auf diese Saison hin nach Schaffhausen wechselte, war zwar geplant, dass ich mit der Nati-A-Mannschaft trainiere, die Spiele sollte ich jedoch mit der 1.-Liga-Mannschaft bestreiten», erklärt Elena. «In der Saisonvorbereitung hat sich das dann etwas anders entwickelt.» Mit 14 Jahren bereits in der höchsten Schweizer Spielklasse eingesetzt zu werden, habe auch sie sehr überrascht. Entsprechend nervös sei sie in ihrem ersten Spiel mit dem Nati-A-Team gewesen.

Halle statt Ausgang

Elena gefällt es im multikulturell zusammengesetzten Kader. Gesprochen werde vor allem Englisch, was ihr keine Mühe bereite. «Ich wohnte mit meiner Familie fünf Jahre in Neuseeland», erklärt die Thurgauerin, welche die volle Unterstützung ihrer Eltern geniesst. Bei Schaffhausen teilt sie die Position der Aussenangreiferin mit der fünf Jahre älteren Vanessa Belli. Nach ihrer Einwechslung am 20.

Januar gegen Neuenburg machte sie ein derart gutes Spiel, dass ihr Trainer Andi Vollmer ihr ein öffentliches Extra-Lob zukommen liess: «Elena konnte in wichtigen, schwierigen Phasen – in Serve, Annahme und Angriff – positive Akzente setzen. Gut so!»

Manchmal wird Elena Steinemann bei Kanti Schaffhausen auch im U18-, U21- oder 1.-Liga-Team eingesetzt.

Letztes Wochenende bestritt sie Spiele mit nicht weniger als drei Mannschaften, was aber nicht die Regel sei. Überfordert fühle sie sich eigentlich nie. «Freie Sonntage – da wäre mir langweilig», sagt sie. Während ihre Altersgenossinnen zu Hause betteln, in den Ausgang zu dürfen, hält sie sich viel lieber in einer Sporthalle auf. «Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.»

Grosse Hände – Füsse am Boden

Dass ihr Talent und ihre Motivation sie weit bringen können, steht ausser Frage. Auch wenn sie die jüngste Schweizer Nationalliga-A- Spielerin ist, ein «Jahrhundert-Talent» sei sie nicht, sagt Markus Lutziger. «Zum Glück nicht», fügt er bei. Jemand, der alles mit links machen könne, hebe schnell ab. Eine Gefahr, die der Amriswiler Talent-School-Trainer bei Elena nicht sieht. Er ist überzeugt, dass sie eine sehr gute Schweizer Spielerin werden kann.

Mit 1,74 Meter ist Elena Steinemann (noch) recht klein für eine Volleyballerin. Sie ist aber zuversichtlich, weiter zu wachsen und zeigt ihre grossen Hände. Als Träume nennt sie, später einmal vom Volleyballsport leben zu können oder sogar im Ausland zu spielen. Sogleich relativiert sie jedoch, dass das eben nur Träume seien und sie natürlich wisse, wie schwierig das sei. Die Nummer 4 von Kanti Schaffhausen steht mit beiden Füssen auf dem Boden. Sie weiss, dass Schweizer Profi-Volleyballerinnen eine Rarität sind.

Baldiger Abschied aus Amriswil

Auch Europacup-Spiele sieht sie nicht als Selbstverständlichkeit. Nein, sie gehe nicht davon aus, eingesetzt zu werden, gab sie sich vor dem Heimspiel am Dienstag gegen das starke Gwardia Breslau aus Polen zurückhaltend. Es kam einmal mehr anders: Schon nach wenigen Punkten wechselte der Trainer sie ein. Die 1:3-Niederlage konnte aber auch die Jüngste im Team nicht verhindern. Nächste Woche folgt das Rückspiel in Polen.

Ob die Stimmung dort jener im letzten Europacup-Auswärtsspiel in Rumänien ähneln wird? «Die Fans hörten nie auf zu schreien und johlen», schwärmt Elena.

Ab Sommer will sie in Schaffhausen noch öfter trainieren. Sie werde in der Munotstadt voraussichtlich bei Gasteltern wohnen und von dort zur Kreuzlinger PMS pendeln, verrät die 15-Jährige. In Amriswil wird man ihre Karriere mit Interesse weiterverfolgen.

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