Elektra möchte selbständig bleiben

Zumindest das 100-Jahr-Jubiläum möchte die Elektra in zwei Jahren feiern. Nach den Turbulenzen der jüngsten Vergangenheit sollte das nicht unmöglich sein.

Alois Degenhardt
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salmsach. «Die Liquidität der Elektra war Ende 2009 und zu Beginn des Jahres 2010 so prekär, dass wir vielerorts um Aufschub nachsuchen mussten», rief Gemeindeammann Kurt Helg als neuer Präsident des Versorgungsunternehmens an der 98. Generalversammlung in Erinnerung. Wachsame Mitglieder mussten zur Kenntnis nehmen, dass ihm der Vorstand für achtmonatigen Einsatz in Anbetracht der aussergewöhnlichen Arbeitsbelastung ein volles Jahresgehalt genehmigt hatte.

Unterstützung vom Bund

Nachdem sich, so Helg in seinem Jahresbericht, der Interimspräsident ohne Amtsübergabe aus dem Vorstand verabschiedet hatte, musste nicht nur die Generalversammlung verschoben werden, sondern die dringendsten Grundlagen und Daten für eine ordnungsgemässe Weiterführung der Geschäfte bereitgestellt werden. Unter Mithilfe des Bundes (ELCom) wurden unter grosser Zusatzbelastung der Verwaltung ausstehende Kontrollen und Abrechnungen vorgenommen und neue Tarife zusammengestellt.

«Dem Druck und den Veränderungen konnte unsere Geschäftsführerin, die für die Genossenschaft 17 Jahre im Einsatz war, nicht standhalten.» Sie wurde an der letzten Generalversammlung mit dem Dank der Öffentlichkeit verabschiedet.

Hilfe aus Romanshorn

Schnell habe man die Konsequenzen aus den steigenden fachlichen Anforderungen gezogen und das nötige Wissen beim EW Romanshorn eingekauft. Unter Mitwirkung weiterer externer Fachleute seien inzwischen alle Pendenzen aufgearbeitet worden.

Die kaufmännische Buchhaltung zeige infolge dieser zusätzlichen Belastungen einen Verlust von 10 000 Franken im Eigenkapital. Dafür sei die Buchhaltung mit einem «sauberen Bestand» ins 2010 gestartet, versicherte Peter Bätscher vom EW Romanshorn als einer der Retter aus der Not. Er sei zuversichtlich, dass die kleine Genossenschaft mit 66 Mitgliedern eigenständig weitergeführt werden könne, erklärte Kurt Helg.

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