Einstimmung auf das Osterfest

Das Collegium Musicum Ostschweiz gab in der Pelagiuskirche ein Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Gion Antonin Derungs.

Renata Egli-Gerber
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Die Solisten Michael Raschle (Bass), Felix Rienth (Tenor), Aurea Marston (Alt) und Muriel Schwarz (Sopran) singen in der Pelagiuskirche. (Bild: Rudolf Steiner)

Die Solisten Michael Raschle (Bass), Felix Rienth (Tenor), Aurea Marston (Alt) und Muriel Schwarz (Sopran) singen in der Pelagiuskirche. (Bild: Rudolf Steiner)

BISCHOFSZELL. In der voll besetzten Pelagiuskirche fand ein aussergewöhnliches Palmsonntagskonzert statt, das die Bögen weit spannte: Von der Grabmusik des elfjährigen Mozarts zum geheimnisumwobenen Requiem des Sterbenden, von der mozart'schen Klangwelt zur modernen des kürzlich verstorbenen Bündners Gion Antonin Derungs.

Fruchtbarer Dialog

Eröffnet wurde das Konzert durch die Grabmusik, die früheste kirchenmusikalische Komposition Mozarts. Michael Raschle als «Seele» und Muriel Schwarz als «Engel» brachten in Rezitativen und Arien die fast opernhafte Dramatik mit Noblesse zur Geltung, unterstützt durch ein kammermusikalisch agierendes Orchester. Wenn sich im Requiem bei «Introitus» und «Kyrie» Orchester und Chor zu Lasten der Transparenz noch konkurrenzierten, fanden in der Folge alle Register zum fruchtbaren Dialog. Gerade durch die unterschiedlich geprägten Sängerpersönlichkeiten Muriel Schwarz (Sopran), Aurea Marston (Alt), Michael Raschle (Bass) und Felix Rienth (Tenor) gestalteten sich die Quartette lebendig.

Behutsame Retuschen

Im «Lacrimosa» machte Dirigent Mario Schwarz eine Unterbrechung dort, wo der Tod Mozart die Feder aus der Hand genommen hatte. Er erklärte, dass Franz Xaver Süssmayr, ein Schüler Mozarts, das Requiem wohl nach Notizen und Gesprächen mit dem Meister zu Ende komponiert habe. Die mit Mängeln behafteten Ergänzungen wurden 1991 durch Robert D. Levin retuschiert, gestützt auf wissenschaftliche und stilistische Erkenntnisse.

Meisterhaft verstand es der Dirigent, übergangslos auf das Requiem Derungs «Pater Noster» folgen zu lassen, das mit Sopranistin Muriel Schwarz einen sphärischen Ausklang des Konzerts bot.

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