Einst wichtigste Fischereiart in Ermatingen

Mit Segi bezeichnet man das lange, flachbödige Fischerboot wie auch die Mannschaft und das grosse Zuggarn (Fischernetz). Letzteres wurde von vier Fischern gemeinsam in einem Kreis von rund hundert Metern ausgeworfen und gleich wieder eingezogen.

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Die Gangfischsegi von Ermatingen im Jahr 1931.

Die Gangfischsegi von Ermatingen im Jahr 1931.

Mit Segi bezeichnet man das lange, flachbödige Fischerboot wie auch die Mannschaft und das grosse Zuggarn (Fischernetz). Letzteres wurde von vier Fischern gemeinsam in einem Kreis von rund hundert Metern ausgeworfen und gleich wieder eingezogen. Laut Informationen der Gemeinde Ermatingen und Ermatingen Tourismus wurde diese einst wichtigste Fischereimethode in Ermatingen bis 1963 angewandt. Die alten Segi-Schiffe Eva und Mäcky gehören zusammen mit dem Schiff Kathry zu den letzten Zeitzeugen der traditionellen Ermatinger Segi-Fischerei. Kathry ist noch fahrtüchtig und kann beim Verein für ein Bodenseemuseum Ermatingen gemietet werden. Bei Mäcky ist im Heck das Baujahr 1952 eingeritzt. Es handelt sich um ein zehn Meter langes sogenanntes Hälterschiff. Darin wurden die gefangenen Gangfische lebend aufbewahrt und an Land transportiert. Eva ist elf Meter lang und diente als Fahrschiff. Die Schiffe wurden vermutlich auf der Insel Reichenau gebaut. Sie gehören zum Bautyp des Untersee-Fischerschiffs, den der Fischereiforscher Carl Benjamin Klunzinger 1892 beschreibt und der auf historischen Fotos häufig zu sehen ist. (afl)