Einspruch! Der Gemeinderat wehrt sich

WIGOLTINGEN. Ungenutzte Betriebsflächen, geringe Nachfrage: Die Post will ihre Niederlassung in Wigoltingen schliessen und im Volg eine Agentur einrichten. Die Wigoltinger Behörde hat an diesem Entscheid gar keine Freude. Sie will deshalb die unabhängige Postkommission anrufen.

Esther Simon
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Der Volg in Wigoltingen: Hier will die Post eine Agentur errichten. (Bild: Manuela Olgiati)

Der Volg in Wigoltingen: Hier will die Post eine Agentur errichten. (Bild: Manuela Olgiati)

Erich Schmid ist nicht zu beneiden. Als Kommunikationsverantwortlicher der Schweizerischen Post AG muss er oft unangenehme Nachrichten verbreiten. Wie im Flugblatt, das gestern in Wigoltingen verteilt wurde. Darin steht, dass die Post die Niederlassung im Dorf aufheben und dafür eine Postagentur im Volg einrichten will. Wann dies der Fall sein wird, ist noch offen. Für ihren Entscheid macht die Post eine stagnierende Nachfrage trotz steigender Einwohnerzahl geltend. Ausserdem seien die Räumlichkeiten in der Poststelle nicht mehr wirtschaftlich zu nutzen.

2013 und 2015 führte die Post Gespräche mit der Behörde, um das künftige Postangebot einvernehmlich zu regeln. Die Gespräche hätten aber zu keiner Einigung geführt. «Die Gemeinde lehnte es ab, Alternativen zur Poststelle zu diskutieren», heisst es im Flugblatt.

«Da sind wir schon ein bisschen schlecht weggekommen», sagt die Wigoltinger Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann. Es sei aber zutreffend, dass sich die Behörde von Anfang an mit Nachdruck für eine unveränderte Weiterführung der Poststelle ausgesprochen habe, unter Beibehaltung zumindest der aktuellen Öffnungszeiten. «Wir haben uns dabei auch auf den kantonalen Richtplan berufen.» Dieser stuft Wigoltingen als zentralen Ort im Entwicklungsraum ein.

Keine Alternative

Als Alternative zur Poststelle präsentierte die Post die Modelle Agentur («Post beim Partner») und Hausservice («Post an der Haustüre»). Aus Sicht der Post würde eine Agenturlösung dem Bedürfnis der Bevölkerung von Wigoltingen am besten entsprechen, heisst es im Flugblatt. Die beiden vorgeschlagenen Modelle seien für sie keine Alternativen zur bestehenden Poststelle, sagt Sonja Wiesmann. Demgegenüber unterstreicht die Post, dass die Beibehaltung der Poststelle für sie keine Option sei, «weil die Beibehaltung dem bundesrätlichen Auftrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit widersprechen würde». Sonja Wiesmann anerkennt zwar, dass die Post einen Auftrag hat. «Aber wir sind nun doch sehr enttäuscht vom Entscheid, obwohl wir ihn eigentlich so kommen sahen. Wenn es um die Gemeinde geht, kann ich diesen Entscheid nicht mittragen. Wir wollen nun alle möglichen Schritte unternehmen, um diesen Entscheid anzufechten. Wir haben bereits beschlossen, dass wir bei der PostCom Einsprache erheben.» Die PostCom – die Postkommission – ist die unabhängige Regulierungsbehörde im Postmarkt.

Ein festangestellter Mitarbeiter

Auf der Post in Wigoltingen arbeitet ein festangestellter Mitarbeiter im 80-Prozent-Pensum. Erich Schmid von der Schweizerischen Post AG sagt, «dass dem Mann eine Weiterbeschäftigung im gewünschten Umfang angeboten werden kann».

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